Versicherungen

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Versicherungskonzern: AIG prüft Klage gegen US-Regierung

In der Finanzkrise hatte Washington den Konzern noch vor der Pleite bewahrt. Nun zieht der Versicherer AIG in Erwägung, sich einer Aktionärsklage gegen die Regierung anzuschließen – wegen möglicher Benachteiligung.

Das Logo von AIG am Sitz in New York. Quelle: Reuters
Das Logo von AIG am Sitz in New York. Quelle: Reuters

New YorkDer von der US-Regierung in der Finanzkrise gerettete Versicherungskonzern American International Group (AIG) prüft einem Zeitungsbericht zufolge eine Klage gegen den Staat. Grund sei die mögliche Benachteiligung von AIG-Aktionären durch die Rettungsaktion, schrieb die "New York Times" am Dienstag. Der Verwaltungsrat des Konzerns werde am Mittwoch darüber beraten, sich einer von Aktionären angestrengten Schadenersatzklage im Umfang von 25 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) gegen die Regierung anzuschließen.

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Die "New York Times" zitierte aus einem Gerichtsdokument, in dem die AIG-Führung der Justiz zusagt, bis Ende Januar ihre Haltung zu der Sammelklage festzulegen. Der Zeitung zufolge ist schwer abzuschätzen, ob sich der Konzern der Klage anschließt oder nicht.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

  • Platz 10

    Prudential plc (Großbritannien)

    Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Munich Re (Deutschland)

    Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 8

    Nippon Life Insurance Company (Japan)

    Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

  • Platz 7

    Aviva (Großbritannien)

    Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    UnitedHealth (USA)

    Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

  • Platz 5

    American International Group (USA)

    Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

  • Platz 4

    Assicurazioni Generali (Italien)

    Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 3

    Allianz (Deutschland)

    Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

  • Platz 2

    Berkshire Hathaway (USA)

    Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 1

    AXA (Frankreich)

    Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Die US-Regierung hatte AIG, die 2008 wegen riskanter Geschäfte auf dem Hypothekenmarkt vor der Pleite stand, übernommen und insgesamt 182 Milliarden Dollar in das Unternehmen investiert. Die klagenden Aktionäre bestreiten nicht, dass die Rettung auf dem Höhepunkt der Finanzkrise notwendig war. Allerdings halten sie das Ausmaß der Verstaatlichung für überzogen. Der Regierung gehörten zeitweise bis zu 92 Prozent der Anteile an dem Versicherer. Außerdem werfen die Aktionäre dem Staat vor, mit hohen Zinsen für die Rettungsmilliarden auf ihrem Rücken Geld verdient zu haben.

Die zehn größten Finanzvertriebe 2011

  • DVAG

    Provisionen 2009: 1,1 Milliarden Euro

    Provisionen 2010: 1,07 Milliarden Euro

    Provisionen 2011: 1,1 Milliarden Euro

    Quelle: Cash-Online

  • AWD

    Provisionen 2009: 529 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 547 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 561 Millionen Euro

  • MLP

    Provisionen 2009: 479 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 472 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 498,5 Millionen Euro

  • Postbank Finanzberatung

    Provisionen 2009: 312 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 289 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 284 Millionen Euro

  • OVB

    Provisionen 2009: 202 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 197 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 222 Millionen Euro

  • Infinus

    Provisionen 2009: 96 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 120 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 161 Millionen Euro

  • Telis

    Provisionen 2009: 80 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 83 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 88 Millionen Euro

  • Bonnfinanz AG

    Provisionen 2011: 72,6 Millionen Euro

  • Dr. Klein & Co.

    Provisionen 2011: 60,4 Millionen Euro

  • Global-Finanz

    Provisionen 2009: 33 Millionen Euro

    Provisionen 2010: 37 Millionen Euro

    Provisionen 2011: 39,3 Millionen Euro

Die Regierung in Washington hatte im Mai 2011 mit dem allmählichen Ausstieg aus dem Konzern begonnen. Vergangenen Monat veräußerte das Finanzministerium dann die letzten Anteile an AIG. Insgesamt machte der Staat mit der Rettungsaktion einen Gewinn von 22,7 Milliarden Dollar.

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