
FrankfurtAufseher und Konkurrenten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bremsen die DAK. Die geplante Abschaffung des ungeliebten Zusatzbeitrages der drittgrößten deutschen Krankenkasse müsse noch entschieden werden, sagte ein Sprecher des Bundesversicherungsamtes BVA auf Anfrage des Handelsblatts. Dies werde die Aufsicht aufgrund der finanziellen Daten tun, wenn ein entsprechender Antrag von der DAK gestellt worden sei. Diesen gebe es bisher jedoch noch nicht. Der Sprecher reagierte damit auf die scharfe Kritik von fünf großen Krankenkassen an der DAK-Ankündigung.
Die DAK hatte zuletzt den Eindruck erweckt, als sei die Genehmigung für die Streichung des Zusatzbeitrages eine reine Formsache. Dies kritisierte der Präsident des BVA, Maximilian Gaßner, bereits am 20. Oktober persönlich in einem Schreiben an DAK-Chef Herbert Rebscher. Es habe keine informelle Zusicherung für eine Abschaffung des DAK-Zusatzbeitrages gegeben, heißt es in dem Brief von Gaßner. „Im Gegenteil: Seitens des BVA wurde anlässlich der Präsentation des Finanzkonzepts auf der Verwaltungsebene eine Abschaffung des Zusatzbeitrages als kritischer Punkt bewertet“, schrieb Gaßner. „Bis zum Abschluss des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens, das auch eine Anhörung des GKV-Spitzenverbandes beinhaltet, bleibt daher offen, ob eine Genehmigung überhaupt erfolgen kann.“
Die Barmer GEK ist die größte Krankenkasse Deutschlands. Sie wurde am 01.Januar 2010 gegründet und unterhält laut eigenen Angaben rund 800 Geschäftsstellen bundesweit. 8,6 Millionen Deutsche sind bei ihr versichert.
Die zweitgrößte Krankenkasse Deutschlands ist die Techniker Krankenkasse (TK) mit 7,9 Millionen Versicherten. Allein im vergangenen Jahr ist die TK um 339.000 Versicherte gewachsen. Allerdings zahlen nur und 5,6 Millionen Mitglieder tatsächlich Beiträge.
Auf Platz drei der größten deutschen Krankenkassen ist ab sofort mit 6,6 Millionen Versicherten die DAK Gesundheit - der Zusammenschluss aus BKK Gesundheit und DAK. Laut eigenen Angaben ist die DAK die Krankenkasse Deutschlands, deren Wurzeln am weitesten zurückzuverfolgen sind - bis zum Jahr 1774.
In der Rangfolge hinter der neuen DAK Gesundheit liegt die AOK Bayern mit 4,3 Millionen Mitgliedern. In Bayern hat die Krankenkasse einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in dem Freistaat.
An der fünften Stelle der größten Krankenkassen Deutschlands steht die AOK Baden-Württemberg. Derzeit sind 3,8 Millionen Menschen bei ihr versichert.
Auf dem sechsten Platz der größten deutschen Krankenkassen befindet sich ein ebenfalls erst kürzlich fusioniertes Unternehmen: Die IKK Classic. Sie ist Anfang August aus der IKK Classic und der Vereinigten IKK entstanden. Zusammen haben sie 3,6 Millionen Mitglieder.
Die AOK Rheinland/Hamburg hat 2,9 Millionen Mitglieder. Im Rheinland und in Hamburg ist sie damit die größte Krankenversicherung. Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Geschäftsstellen.
Die AOK Nordwest belegt mit 2,7 Millionen Versicherten den siebten Platz unter Deutschlands größten Krankenkassen. Das Unternehmen beschäftigt 7.600 Mitarbeiter.
Mit 2,7 Millionen Versicherten ist die AOK Plus die größte Krankenkasse in Sachsen und Thüringen. Deutschlandweit rangiert sie an achter Stelle.
Auch in Niedersachsen hat die AOK die Nase vorn. Ingesamt hat die AOK Niedersachsen 2,4 Millionen Mitglieder - das macht den neunten Platz deutschlandweit.
Dieser Kritik schlossen sich am vergangenen Freitag auch die Vorstandsvorsitzenden der beiden größten Konkurrenten, Barmer GEK und Techniker Krankenkasse, sowie die Chefs drei weiterer Krankenkassen an: KKH-Allianz, Hanseatische Krankenkasse (HEK) sowie hkk. Diese Ersatzkassen verbindet mit der DAK eine Haftungsgemeinschaft. „Die Folgewirkungen einer finanziell instabilen Ausgangsbasis sehen wir mit großer Sorge“, heißt es in dem Brief der DAK-Konkurrenten. „Bereits auf Basis der öffentlich verfügbaren Finanzdaten lässt sich abschätzen, dass der Verzicht der fusionierten Kasse auf einen Zusatzbeitrag ab dem 01.04.2012 deren finanzielle Lage bis zum Jahresende 2012 deutlich belasten wird.“
Das sehen wir genauso. Nur wechseln hilft und staft ab.
Satte Gewinne verzeichnen und uns wenigen, die arbeiten das Geld aus der Tasche ziehen. Langsam haben wir die Nase voll die Vorstandsvorsitzenden noch reicher zu machen.
Weitere hunderttausende Mitglieder der DAK tun besser daran, die Kasse zu wechseln. Nur das stärkt den Wettbewerb. Der Zusatzbeitrag gehört in die Tonne.
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