Vor dem Länderspiel
Shitstorm gegen den DFB wegen abgedecktem Banner

Kurz vor dem Länderspiel der Nationalelf gegen Polen, tobt ein Aufstand der Fans gegen den DFB. Schuld ist die „Neutralisierung“ des Millerntor-Stadions und damit verbundene Abdeckung eine Anti-Faschismus-Plakats hat.
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HamburgVor dem Länderspiel am Abend gegen Polen hat sich der DFB das St. Pauli-Stadion für das Training „neutralisiert“, also alle werbenden oder politischen Äußerungen unkenntlich gemacht. Drunter ist auch ein Anti-Faschismus-Plakat. Beim Training der Nationalmannschaft am Montag in Hamburg wurde das seit Jahren auf der Tribüne stehende Banner „Kein Fußball den Faschisten" abgedeckt. „Kein Fußball" war noch zu lesen, die beiden anderen Worte waren grün abgedeckt worden.

Der DFB reagierte auf den Shitstorm mit einer Erklärung auf Twitter: „Das Millerntor wurde neutralisiert. Das heißt, dass es frei von Werbung gemacht wird, aber auch von politischen Äußerungen." Dies steht in der Tat in den Regularien des Verbandes. Die Fans störten sich jedoch daran, dass eine positive politische Botschaft abgedeckt wurde.

„Die Behauptung, Sport sei unpolitisch, ist und bleibt absurd. Gerade der DFB hat in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, welch gesellschaftspolitische Dimension der Fußball hat“, sagte Grünen-Politikerin Claudia Roth. „Und das kurz vor dem Länderspiel gegen Polen, 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs."

Darauf aufmerksam gemacht hat unter anderem. das Blog St.Pauli NU*de. Darin bezeichnet Autor Erik Hauth das Millerntor als „politischsten Ort im deutschen Fußball”. Sein Blogeintrag und auch das Thema verbreiten sich wie ein Lauffeuer im Netz. Nutzer artikulieren ihr Unverständnis und argumentieren vor allem damit, dass die Aktion nicht zu den zahlreichen Anti-Rassismus-Kampagnen des DFB passe.

„Wir sind das DFB-Team. Reden viel von „gibt Rassismus keine Chance', im Prinzip ist es und aber scheißegal“, schreibt etwa Robin Tillmann bei Twitter. Und Benedikt Pliquitt schreibt: „Aber [das] zeigt die Alibihaltung des DFB im Kampf um Demokratie und Gleichberechtigung. Es lebe die Meinungslosigkeit und Gleichstellung im Profifußball.“

Auch einige Profis reagierten. Der derzeit verletzte Ingolstädter Zweitliga-Profi Ralph Gunesch, der insgesamt acht Jahre für den FC St. Pauli am Millerntor spielte, twitterte: „Sobald ich wieder fit bin und als Kapitän einen Text vorlesen muss, werde ich nur den Tweet vorlesen." Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) lassen die Kapitäne der 1. und 2. Bundesliga in regelmäßigen Abständen Botschaften gegen Rassismus verlesen.

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