Wirtschaft, Handel & Finanzen Aktien New York: Deutliche Verluste nach acht Gewinntagen beim Dow

Nach einer achttägigen Gewinnserie haben die US-Aktienmärkte am Dienstag zunächst den Rückwärtsgang eingelegt. Der Leitindex Dow Jones Industrial fiel zwei Stunden vor Schluss um 1,08 Prozent auf 24 630,46 Punkte. Der Rally vorerst ein Ende bereiteten interessanter werdende Anlagealternativen und der anziehende US-Dollar, der Exporte amerikanischer Unternehmen erschweren kann.
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  • dpa

"Steigende Anleiherenditen und ein stärkerer Dollar sind für Aktienanleger ein mittlerweile vertrauter, aber unbequemer Cocktail geworden", sagte ein Marktbeobachter. Ein Rückschlag nach zuletzt gutem Lauf, der den Dow am Vortag bei knapp 25 000 Zählern an seinen höchsten Stand seit etwa zwei Monaten heranführte, sei unter diesen Umständen nachvollziehbar. Auf Jahressicht steht der Leitindex nun wieder denkbar knapp im Minus - vor allem wegen seines Kursrutsches von Anfang Februar.

Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten am Dienstag jenseits der 3-Prozent-Schwelle so hoch wie letztmals im Jahr 2011. Aber auch kurzfristig in den USA geparktes Geld wird neuerdings lohnender: Laut dem CMC-Markets-Experten Jochen Stanzl erhalten Investoren, die der US-Regierung für drei Monate Geld leihen, mittlerweile aufs Jahr gerechnet mehr Zinsen als die im S&P- 500-Index gelisteten Unternehmen im Schnitt an Dividendenrendite abwerfen.

Auch am breiten Markt waren die Vorzeichen klar rot. Für den S&P-500-Index ging es um 1,02 Prozent auf 2702,37 Zähler bergab. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 fiel sogar um 1,57 Prozent auf 6855,12 Punkte. Auch aktuelle Wirtschaftsdaten konnten dabei die Anleger nicht für weitere Aktienkäufe begeistern. Zum Beispiel hatte sich die Stimmung in der Industrie im Bundesstaat New York im Mai überraschend aufgehellt.

Unter den Einzelwerten standen im Dow die Anteile der Baumarktkette Home Depot nach Zahlen mit einem Abschlag von 1,3 Prozent im Blickfeld. Der Konzern hatte im ersten Quartal zwar mehr Gewinn und Umsatz erzielt, konnte aber die Erwartungen von Analysten nicht erfüllen. JPMorgan-Analyst Christopher Horvers resümierte einen schwachen Jahresauftakt.

An der Nasdaq büßten die Aktien von Tesla mehr als 3 Prozent ein - und blieben damit wie schon an den vergangenen drei Tagen auf Talfahrt. Verschärft wurde diese am Dienstag durch eine Analystenstimme: Adam Jonas von der US-Bank Morgan Stanley kappte seine Schätzungen für den Elektroautobauer und damit auch das Kursziel deutlich von 376 auf 291 Dollar. Er berief sich dabei vor allem auf die Margenperspektiven.

Unter den Technologiewerten zeigten sich die Gewinnmitnahmen nach zuletzt gutem Lauf auch bei den Aktien von Apple und Microsoft , die um bis zu 1,6 Prozent fielen. Amazon büßten sogar 2 Prozent ein. Der Online-Händler muss verstärkte Konkurrenz durch den Einzelhändler Target fürchten, der seine Versandkosten für Expressauslieferungen um fast die Hälfte senken will.

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