Wirtschaft, Handel & Finanzen Deutsche Anleihen gefragt - Italien wieder unter Druck

Am Anleihemarkt waren deutsche Bundesanleihen am Donnerstag gefragt, während italienische Papiere erneut gemieden wurden. Nach einem zunächst ruhigen Verlauf kam gegen Mittag Bewegung in den Handel. Die Renditen in Deutschland fielen leicht, in Italien stiegen sie dagegen spürbar an. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt mit 0,6 Prozent und damit etwas tiefer als am Vortag. Italienische Papiere mit gleicher Laufzeit rentierten dagegen sechs Basispunkte höher bei 2,17 Prozent.
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  • dpa

Schon am Vortag waren italienische Staatsanleihen erheblich unter Druck geraten. Ausschlaggebend waren Forderungen der beiden italienischen Parteien Lega und Fünf Sterne, die derzeit versuchen, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Besondere Beachtung fand die - mittlerweile fallen gelassene - Forderung eines Schulderlasses durch die Europäische Zentralbank (EZB). Aber auch das restliche Programm mit erheblichen Ausgabeerhöhungen und Steuersenkungen sorgte für Beunruhigung unter Anlegern.

Für grundsätzlichen Druck am Anleihemarkt sorgen zudem seit längerem steigende Kapitalmarktzinsen in den USA. Diese sind Ausfluss eines robusten Wirtschaftswachstums und steigender Inflationserwartungen. Beides lässt weitere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed erwarten und damit die Marktzinsen steigen. Wegen der großen Bedeutung des amerikanischen Anleihemarkts für das globale Finanzsystem steigen die Renditen im Euroraum ebenfalls an, wenn auch schwächer als in den USA.

Im Nachmittagshandel stehen einige Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm. Veröffentlicht werden die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt und zwei Stimmungsindikatoren. Zudem melden sich zwei Notenbanker aus den Reihen der Zentralbank Fed zu Wort.

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