Wirtschaft, Handel & Finanzen Deutsche Anleihen verlieren - Erholung in Südeuropa

Deutsche Bundesanleihen haben am Donnerstag ebenso wie viele andere Staatspapiere in Europa unter Druck gestanden. Gegen Abend verzeichneten nur wenige Anleihen Kursgewinne, darunter spanische und portugiesische Titel. Italienische Anleihen, die zeitweise erneut erheblich nachgaben, erholten sich bis zum Abend ebenfalls.
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  • dpa

Am deutschen Markt fiel der richtungweisende Euro-Bund-Future zuletzt um 0,11 Prozent auf 157,88 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 0,63 Prozent. Das waren 0,03 Prozentpunkte mehr als am Vortag.

Marktbeobachter umschrieben den Handelsverlauf als schwankungsanfällig. Im Mittelpunkt des Interesses standen erneut die Bemühungen in Italien, eine neue Regierung zu bilden. Bis zuletzt konnten sich die beiden Parteien Fünf Sterne und Lega nicht umfänglich auf ein gemeinsames Programm und einen Ministerpräsident einigen.

Besonders am Mittwoch hatten italienische Staatsanleihen erheblich unter Druck gestanden, weil in einem Verhandlungspapier der Parteien zahlreiche eurokritische Forderungen aufgetaucht waren. Zudem wollen Fünf Sterne und Lega starke Ausgabenerhöhungen und Steuersenkungen durchsetzen, obwohl Italien nach Griechenland das am höchsten verschuldete Land Europas ist.

Für grundsätzlichen Druck am Anleihemarkt sorgen zudem seit längerem steigende Kapitalmarktzinsen in den USA. Diese sind Ausfluss eines robusten Wirtschaftswachstums und steigender Inflationserwartungen. Beides lässt weitere Zinsanhebungen durch die US-Notenbank Fed erwarten und damit die Marktzinsen steigen. Wegen der großen Bedeutung des amerikanischen Anleihemarkts für das globale Finanzsystem steigen die Renditen im Euroraum ebenfalls an, wenn auch schwächer als in den USA.

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