Wirtschaft, Handel & Finanzen IG-Metall-Chef kritisiert Strategie von Siemens und Continental

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat Siemens und Continental eine kurzsichtige Strategie vorgeworfen. Aus Siemens einen Verbund von Schnellbooten zu machen, sei "Schönwetterpolitik", sagte Hofmann dem "Manager Magazin" (Freitag) laut Vorabbericht. In Krisen könnten starke Geschäftsbereiche eines Konzerns die schwächeren stützen, sagte Hofmann. Siemens verliere diese Stabilität. Die Strategie von Vorstandschef Joe Kaeser sei daher nicht nachvollziehbar und kurzsichtig.
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  • dpa

Siemens hatte im Frühjahr einen Teil seiner Medizintechnik-Sparte an die Börse gebracht und verspricht sich davon mehr Flexibilität für die hochprofitable Tochter. Zudem hat der Industrieriese sein Windgeschäft in die Gemeinschaftsfirma Siemens Gamesa eingebracht und plant, sein Zuggeschäft mit dem französischen Konkurrenten Alstom zusammenzulegen, um der Konkurrenz aus China zu begegnen. Die IG Metall hat die Pläne im Aufsichtsrat mitgetragen und jüngst einem Pakt mit Siemens zur besseren Weiterbildung von Mitarbeitern in Zeiten von Digitalisierung und Strukturwandel zugestimmt.

Hofmann kritisierte zudem den Autozulieferer Continental, der eine Neuordnung der Geschäfte grundsätzlich prüft. Spekuliert wurde, der Konzern könnte seine Sparten eigenständig und börsenreif unter einer Dachgesellschaft führen. Wenn Conti Zukunftsbereiche vom alten Geschäft trenne, "besteht die Gefahr, eine Art Bad Bank zu schaffen", monierte der IG-Metall-Chef. In manche Bereiche könnte nicht mehr genug investiert werden. Ein Continental-Sprecher erklärte, die Prüfung verschiedener Szenarien werde bis Jahresmitte abgeschlossen.

Abspaltungen und Börsengänge von Sparten aus Konzernverbünden heraus sind bei Investoren angesagt. Sie versprechen sich von eigenständigen Einheiten einen höheren Börsenwert als bei Konglomeraten.

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