Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP: Novartis verspricht weiteres Wachstum - Chefjurist tritt zurück

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis sieht sich dank einer gut gefüllten Pipeline mit bis zu zehn möglichen Blockbustern auf gutem Weg für weiteres Wachstum. Auch an größeren Übernahmen hat das Unternehmen aus Basel derzeit keinen Bedarf, wie Novartis-Finanzchef Harry Kirsch am Mittwoch auf dem Investorentag des Unternehmens erklärte. Unterdessen zieht der Konzern wegen der Verstrickungen mit der Beratungsfirma von Trump-Anwalt Michael Cohen personelle Konsequenzen. An der Schweizer Börse lag die Novartis-Aktie zuletzt leicht im Minus.
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  • dpa

Wegen einer Millionenzahlung an den persönlichen Juristen des US-Präsidenten tritt nun Chefjurist Felix Ehrat zurück. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Novartis mit der Firma Essential Consultants des US-Anwalts zusammengearbeitet hatte. Mittlerweile sei der einjährige Vertrag mit dem Unternehmen ausgelaufen, hatte der Konzern bestätigt. Man habe gehofft, von Michael Cohen für 1,2 Millionen Dollar in Bezug auf die Gesundheitspolitik der neuen Regierung beraten zu werden, hieß es. "Dieser Vertrag, obwohl juristisch nicht zu beanstanden, war ein Irrtum", erklärte Ehrat nun.

Abseits der Personalie sieht sich Novartis auch unter der neuen Konzernleitung mit seiner aktuellen Übernahme-Strategie auf dem richtigen Weg. Im Frühjahr hatte der langjährige Unternehmenslenker Joseph Jimenez den Stab an seinen Nachfolger Vasant Narasimhan übergeben. Novartis verfüge über die richtige Größe und therapeutische Stärke, um weiter erfolgreich zu sein, sagte Kirsch.

Anstelle großer Übernahmen wolle der Konzern weiter nur auf ergänzende Zukäufe setzen. Kirsch zeigte sich überzeugt, dass die Schweizer auch dank der jüngsten Akquisitionen - wie etwa der gerade abgeschlossenen Übernahme von Avexis - nachhaltig Umsatz und Gewinn steigern können. Darüber hinaus könnten in den kommenden drei Jahren bis zu zehn potenzielle Blockbuster lanciert werden. Dazu zählten etwa das Migränemittel Aimovig und das Prüfmedikament BAF312 gegen Multiple Sklerose. Allein für das Krebsgeschäft rechnet der Konzern im laufenden Jahr mit 15 Zulassungsanträgen. 13 Zulassungen könnten erteilt werden.

Bei der auf den Prüfstand gestellten Augensparte Alcon hält sich das Unternehmen weiterhin eine Entscheidung offen. Kirsch bestätigte den bisherigen Zeitplan. Demnach ist nicht vor der ersten Jahreshälfte 2019 mit Schritten zu rechnen. Gleichzeitig dürfte die Entscheidung selbst wohl etwas früher kommuniziert werden. Die Sparte hatte nach einer Hängephase zuletzt wieder an Schwung gewonnen. Kirsch erklärte, die Sparte habe es geschafft, dank der zahlreichen Sanierungsmaßnahmen in der Vergangenheit zu ihrer Stärke zurückzufinden.

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