Hedgefonds: Deutsche Konzerne locken aktivistische Investoren an – Fast 30 attraktive Ziele
Frankfurt, Düsseldorf. Aktivistische Investoren werden ihre Kampagnen gegen europäische Konzerne im laufenden Jahr weiter verstärken. Deutsche Unternehmen gehören neben britischen zu den beliebtesten Zielen der Fonds. Das zeigt eine neue Analyse des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Auch die Investmentbank Lazard sieht in einer aktuellen Studie diesen Trend.
Aktivistische Investoren wollen Einfluss auf die Unternehmensstrategie nehmen und drängen auf Kostensenkungen und Teilverkäufe. Die Hedgefonds versuchen dies über öffentliche Kampagnen, vielfach aber auch über private Gespräche mit dem Management. Ziel ist in jedem Fall eine schnelle Steigerung des Aktienkurses.
Bekannteste Beispiele in Deutschland sind aktuell Bayer und Brenntag. Bei Bayer drängen mehrere angelsächsische Hedgefonds auf eine Aufspaltung des Mischkonzerns aus Pharma- und Agrarchemie. Bei Brenntag starteten zwei Hedgefonds 2023 einen öffentlich geführten Angriff ebenfalls mit dem Ziel der Aufspaltung.
Chemie und Maschinenbau könnten Ziele sein
Beide Unternehmen dürften auch 2024 im Fokus aktivistischer Investoren stehen. In Finanzkreisen wird insbesondere der Chemiesektor als bevorzugtes Ziel der Fonds gehandelt. Die Bewertungen der Unternehmen sind niedrig, der Druck zu Kostensenkungen und strukturellen Veränderungen ist hoch.