Nikkei, Topix, CSI-300: Trumps Zolldrohungen belasten Aktienmärkte in Japan
Singapur, Tokio. Die Aussicht auf weitere US-Zölle hat die Börsen in Japan am Mittwoch ins Minus gedrückt.
- In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 39.165 Punkte nach.
- Der breiter gefasste Topix notierte 0,3 Prozent niedriger bei 2.767 Punkten.
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„Ich werde Ihnen das wahrscheinlich am 2. April sagen, aber es wird in der Nähe von 25 Prozent liegen“, sagte der Republikaner am Dienstagabend.
Gute Konjunkturdaten in Japan
Positive Impulse kommen von der Konjunkturseite: Japans Exporte sind den vierten Monat in Folge gestiegen. Wie aus dem Handelsbericht vom Mittwoch hervorging, stiegen die Gesamtexporte im Januar im Jahresvergleich um 7,2 Prozent und lagen damit unter der mittleren Marktprognose von 7,9 Prozent, nachdem sie im Dezember um 2,8 Prozent gestiegen waren. Die Ausfuhren nach China gingen im Januar gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent zurück, während die Ausfuhren in die USA um 8,1 Prozent stiegen.
Insgesamt stiegen die Exporte im Januar um 16,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während die Marktprognosen von einem Anstieg um 9,7 Prozent ausgingen. Infolgedessen verzeichnete Japan ein höheres Handelsdefizit als die Prognose von 2,1 Billionen Yen vorsah und dieses lag bei 2,759 Billionen Yen (18,16 Milliarden Dollar).
Die neuesten Zahlen werden als ein Zeichen dafür gewertet, dass die starke globale Nachfrage die wirtschaftliche Erholung des Landes inmitten wachsender Sorgen über die US-Zollpolitik stützt.
Aktienmärkte in China freundlicher
Freundlicher entwickelten sich die wichtigsten Aktienmärkte in Festland-China:
- Die Börse Shanghai (SSE Composite) gewann 0,8 Prozent auf 3.352 Punkte.
- Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen (CSI-300) stieg um 0,7 Prozent auf 3.941 Punkte.
Experten führten die Gewinne auf den Optimismus der Anleger rund um das chinesische Modell der Künstlichen Intelligenz (KI), DeepSeek, zurück. Chinas Technologie-Branchenindex kletterte um drei Prozent. „In der chinesischen Wirtschaft zeigen sich erste grüne Triebe, und DeepSeek gibt dem Sektor einen Adrenalinschub“, sagte Thomas Rupf, Chefanleger der VP Bank in Singapur.
Die Aussicht auf die kostengünstige Entwicklung von KI-Anwendungen veranlasse die Investoren dazu, das Wachstumspotenzial der Volksrepublik neu zu bewerten. Dies überwiege derzeit auch die Sorgen über die Handelspolitik.
Ölpreise stagnieren, Fed-Signale enttäuschen
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 151,95 Yen und legte leicht auf 7,2838 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte rückte er etwas auf 0,9033 Franken vor. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,0450 Dollar und zog leicht auf 0,9440 Franken an.
Am Rohstoffmarkt steigt die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,6 Prozent auf 76,30 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI steigt ähnlich stark auf 72,29 Dollar.
In den USA haben die neuen Aussagen aus der US-Notenbank Fed die Stimmung an der Wall Street getrübt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Dienstag kaum verändert bei 44.556 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann 0,2 Prozent auf 6.130 Zähler, und der technologielastige Nasdaq stagnierte bei 20.041 Stellen.
Aus Sicht von US-Notenbank-Direktor Christopher Waller wird die neue Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung der Inflation haben. Auch der Chef des regionalen Fed-Bezirks Philadelphia, Patrick Harker, sieht nach eigenen Angaben keinen Grund für eine baldige Änderung der Zinspolitik.
Für schlechte Stimmung sorgten jedoch die Äußerungen der Chefin des Fed-Bezirks San Francisco, Mary Daly. „Die Geldpolitik muss straff bleiben, bis ich sehe, dass wir wirklich Fortschritte bei der Inflation machen“, sagte Daly auf einer Bankenkonferenz in Arizona.