Dietmar Walberg: „Ich würde die KfW-Förderung, so wie sie ist, sofort einstampfen“
Berlin. Der Architekt Dietmar Walberg ist Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Lübeck und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (Arge). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf nachhaltigem und bezahlbarem Wohnungsbau.
Herr Walberg, angenommen, Sie wären Bundesbauminister: Was wäre Ihre erste Amtshandlung?
Ich würde umgehend die gesamte Branche an einen Tisch setzen, ihre Befindlichkeiten abfragen und ernst nehmen! Gleichzeitig würde ich die KfW-Förderung, so wie sie ist, sofort einstampfen – nicht erst evaluieren, das ist nicht notwendig, denn die Ineffizienz ist bekannt. Die Förderprogramme würde ich straffen und neu strukturieren: ein Programm für Neubau, ein Programm für Altbau.
Welche Entwicklung wird die Branche in den kommenden fünf Jahren am stärksten verändern?
Der Fachkräftemangel. Er wird alle zwingen, noch effizienter miteinander zu arbeiten, noch zielgerichteter zu planen, und er muss zur Prozessbeschleunigung beitragen. Das gilt für behördliche Prozesse und alles, was mit Bauen, Planen und Genehmigen zusammenhängt.
Welches zukunftsweisende Projekt hat Sie zuletzt begeistert?
Das B&O-Bauforschungsquartier in Bad Aibling. Es ist ein Versuchslabor und sollte von jedem besucht werden, der daran interessiert ist zu sehen, was im Bauen und speziell im Wohnungsbau möglich und denkbar ist.