KI: Anthropic verdreifacht seine Bewertung auf 183 Milliarden Dollar
San Francisco. Anthropic hat bei einer neuen Finanzierungsrunde 13 Milliarden Dollar eingeworben und wird nun mit 183 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen aus San Francisco, das Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, wird damit zu einem der höchstbewerteten Start-ups der Welt.
Angeführt wurde die Runde von der Investmentfirma Iconiq, wie das von den Tech-Konzernen Amazon und Google unterstützte Start-up am Dienstag mitteilte. Zu den weiteren Geldgebern zählten die Finanzhäuser Fidelity und Lightspeed, die Qatar Investment Authority, Blackstone und Coatue.
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Das Geld solle dazu dienen, die wachsende Nachfrage von Unternehmenskunden zu bedienen, die eigene Sicherheitsforschung zu vertiefen und die internationale Expansion zu unterstützen, erklärte Anthropic.
„Unsere Kunden vertrauen bei ihren wichtigsten, geschäftskritischen Aufgaben auf die innovativen Modelle und Plattformprodukte von Anthropic“, erklärte Finanzchef Krishna Rao. Die Nachfrage steige exponentiell – das „beispiellose Wachstum“ könne dank des zusätzlichen Geldes nun weiter fortgesetzt werden.
Nachfrage nach KI-Start-ups hält an
Zuletzt hatten in der Technologiebranche Sorgen vor einem Ende des KI-Hypes und einem Überinvestment vieler Firmen die Runde gemacht. Das Beispiel von Anthropic zeigt jedoch, dass die Begeisterung vieler Investoren für KI-Start-ups ungebrochen ist.
Laut einem Bericht des Analysehauses Pitchbook vom Juli stieg das Finanzierungsvolumen für US-Start-ups im ersten Halbjahr 2025 dank des anhaltenden KI-Booms um 75,6 Prozent. Anthropic selbst steigerte seinen hochgerechneten Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar zu Anfang 2025 auf mehr als fünf Milliarden Dollar im August.
Zudem gründete das Start-up am vergangenen Mittwoch einen Beirat für nationale Sicherheit und den öffentlichen Sektor, um die Zusammenarbeit mit Washington und verbündeten Regierungen zu stärken.
Darüber hinaus hatte sich Anthropic in der vergangenen Woche mit einer Autorengruppe außergerichtlich geeinigt. Damit endete in den USA erstmals ein Urheberrechtsstreit gegen ein KI-Unternehmen mit einem Vergleich.
Die Autoren hatten Anthropic vorgeworfen, Raubkopien von Büchern zum Training seines KI-Assistenten Claude verwendet zu haben. Über die genauen Bedingungen des Vergleichs wurde Stillschweigen vereinbart.
Anthropic wurde 2021 von ehemaligen Managern des ChatGPT-Entwicklers OpenAI gegründet. Im Zentrum des Start-ups stehe eine „andere Vision“, die Betonung von Sicherheit statt einer schnellen Monetarisierung, erklärte Chef Dario Amodei im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Konkurrent OpenAI steht unterdessen laut Medienberichten kurz davor, die eigene Bewertung auf 500 Milliarden Dollar zu steigern. Damit würde die von Sam Altman geführte Firma zum teuersten nicht börsennotierten Unternehmen der Welt.
Mit Material von Reuters