Management: Aufstieg in Dax-Vorstandsetagen wird für Frauen schwieriger
Düsseldorf. Die Wirtschaftskrise scheint insbesondere Frauen zu treffen. Nach Jahren des Anstiegs stagniert jedenfalls der Frauenanteil in den Vorständen der 160 größten börsennotierten Unternehmen erstmals wieder. Am 1. September 2025 war, wie im Vorjahr, nur jeder fünfte Vorstandsposten in Dax, MDax und SDax mit einer Frau besetzt.
Bei der Postenvergabe setzen sich zudem wieder häufiger Männer durch. Nur noch jede fünfte Neubesetzung in den 160 Vorständen von Dax-Unternehmen war von September 2024 bis September 2025 eine Frau. Im gleichen Zeitraum im Jahr 2023/2024 war noch mehr als jedes dritte neue Vorstandsmitglied weiblich.
Das ist das Ergebnis der neuen Studie der Allbright-Stiftung, die sich für mehr Diversität in den Führungsetagen der Wirtschaft einsetzt. Die Studie lag dem Handelsblatt vor ihrer Veröffentlichung am Donnerstag vor.
Für Allbright-Geschäftsführerin Wiebke Ankersen ist klar: „In unsicheren Zeiten wird wieder verstärkt auf Männer gesetzt.“ Das sei „ein gefährlicher Reflex“ – „in der Hoffnung auf Sicherheit“. In Zeiten, die eigentlich Neuausrichtung und Weiterentwicklung erforderten, agierten viele Unternehmen gerade „mutlos, müde und wie gelähmt“.
Der Studie zufolge hält dabei besonders eine Branche auffallend konsequent an alten Strukturen fest.