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COP30Vor Klimagipfel – Lula startet Milliardenfonds für Tropenwald

Brasilien plant mit vier Milliarden Dollar jährlich für den Waldschutz. Laut dem bisherigen Entwurf soll Deutschland Startkapital bereitstellen. Doch es gibt Verbesserungsbedarf. 07.11.2025 - 10:37 Uhr Artikel anhören
Ein Lastwagen steht in einem abgeholzten Gebiet des Amazonas: Der neue Fond soll wirtschaftliche Anreize zum Erhalt des Regendwalds setzen. Foto: Fernando Souza/ZUMA Press Wire/d

Rio de Janeiro. Brasiliens Präsident Lula hat einen neuen milliardenschweren Fonds zum Schutz der Tropenwälder angekündigt. Das Land ist Gastgeber des diesjährigen Klimagipfels COP30. Erstmals würden Länder des Globalen Südens eine führende Rolle bei einem Programm zum Waldschutz übernehmen, sagte Lula bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs im brasilianischen Belém, wo in der nächsten Woche die UN-Klimakonferenz COP30 beginnt.

Die brasilianische Regierung schlägt dabei ein neues Modell vor: Länder, die ihre Tropenwälder erhalten, werden belohnt. Jährlich könnte der Fonds „Tropenwälder für immer“ (TFFF) nach einiger Anlaufzeit rund vier Milliarden US-Dollar ausschütten, fast das Dreifache des derzeitigen Volumens internationaler Wald-Finanzhilfen.

Konkret heißt das: Staaten, die wertvollen Tropenwald erhalten, bekommen dem Konzept zufolge aus dem Fonds pro Jahr und Hektar eine Prämie von 4 US-Dollar. Für jeden zerstörten Hektar sollen sie aber umgekehrt 140 Dollar Strafe zahlen. Überprüft würde dies mit Satellitenbildern.

Profitieren könnten dem Konzept zufolge gut 70 Entwicklungsstaaten, die Tropenwälder haben. Bis zu ein Fünftel der Mittel sollen zudem an indigene Völker gehen. Nach den Vorstellungen Brasiliens sollen reiche Staaten freiwillig zu Beginn 25 Milliarden US-Dollar einzahlen.

Als potenzielle Geber werden in dem Konzept namentlich Deutschland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, Norwegen und das Vereinigte Königreich genannt. Mit diesem Grundstock sollen dann in den nächsten Jahren weitere 100 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor mobilisiert werden.

Greenpeace sieht Verbesserungsbedarf

Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Brasilien auch Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Malaysia. Brasilien werde selbst eine Milliarde US-Dollar einzahlen, hatte Lula bereits bei der UN-Generaldebatte in New York angekündigt.

Vor dem offiziellen Start der Weltklimakonferenz COP30 haben sich am Donnerstag Staats- und Regierungschefs in Belem zusammengefunden. Der brasilianische Präsident schlug dabei einen Fonds für den weltweiten Schutz gefährdeter Wälder vor.

Greenpeace lobte die Initiative als wichtiges politisches Signal. Doch gebe es Nachbesserungsbedarf. So müsse sichergestellt werden, dass der Fonds nicht in natur- und klimaschädliche Wirtschaftszweige investieren darf, um hohe Renditen zu erzielen.

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Das wäre widersinnig, sagte Greenpeace-Experte Jannes Stoppel. Zudem müsse die COP30 ergänzend einen verbindlichen Waldaktionsplan verabschieden, um die Waldzerstörung wie angestrebt bis 2030 zu stoppen.

dpa
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