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GelsenkirchenPolizei befragt nach Einbruch Sparkassen-Kunden

Nach dem Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen vernimmt die Polizei jetzt täglich zahlreiche Sparkassen-Kunden. Viele sind verzweifelt, einige nehmen Opferschutz in Anspruch. 19.01.2026 - 13:29 Uhr Artikel anhören
Aufgebrachte Kunden diskutieren mit Polizeibeamten: Eine zweistellige Zahl der Kunden nehme polizeilichen Opferschutz in Anspruch. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Gelsenkirchen. Nach dem Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkasse hat die Polizei am Montag mit der Vernehmung der Geschädigten begonnen. „Wir schaffen etwa 100 pro Tag“, sagte ein Sprecher. Rund 20 Kolleginnen und Kollegen seien ab jetzt sieben Tage die Woche damit beschäftigt.

Es gehe der Polizei unter anderem um genaue Beschreibungen und gern auch Daten oder Bilder vermisster Gegenstände. So könnten sich Spuren zu den Tatverdächtigen ergeben, wenn Teile der Beute verkauft würden.

Die Gespräche verliefen meist sachlich, für einige der Betroffenen aber auch sehr emotional. Eine zweistellige Zahl der Kunden nehme polizeilichen Opferschutz in Anspruch. „Wir haben etliche verzweifelte Leute, die nicht wissen, wie es weitergeht.“

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die Täter mehrere Sicherheitssysteme überwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort räumten sie rund 3100 Kundenschließfächer aus. Wie den Einbrechern dies gelang, ohne den Einbruchalarm der Bank auszulösen, gilt als zentrale Frage bei den Ermittlungen.

Geplant sei, alle Geschädigten zu vernehmen, sagte der Sprecher. Aktuell laufe dies sehr niederschwellig über eine Hotline bei der Polizei. Betroffene, die sich nicht melden, könnten später auch als Zeugen vorgeladen werden. „Wir wollen alle“, sagte er. Die Gelsenkirchener Polizei hat für die Vernehmungen Büroräume angemietet.

Erste Klagen möglicherweise schon am Freitag

Der Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann will voraussichtlich an diesem Freitag oder Anfang nächster Woche beim Landgericht Essen die ersten Klagen gegen die Bank einreichen. Auch der Marler Anwalt Burkhard Benecken hat nach eigenen Angaben zahlreiche Mandanten gesammelt, die bereit sind zu klagen.

Die Anwälte werfen der Bank Pflichtverletzungen beim Schutz der Schließfächer vor. Deshalb müsse sie unbegrenzt haften. Die Sparkasse weist diese Vorwürfe zurück.

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Über die Sparkasse ist der Inhalt jedes Schließfachs bis zu einem Wert von 10.300 Euro versichert. Zahlreiche Schließfachbesitzer haben über ihre Anwälte oder bei der Polizei deutlich wertvollere Inhalte der Fächer angegeben. Etliche haben aber auch Zusatzversicherungen für ihre Schließfächer abgeschlossen.

dpa
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