Honorarabzug: Mehr als 10.000 Heilberufler werden bestraft
(Foto: IMAGO / Udo Kröner)
Foto: HandelsblattÄrzte, die eine Praxis führen, haben in der Coronakrise viel zu tun. Es kommen nicht nur die Stammpatienten, es wird geimpft und getestet. Auch Psychotherapeuten sind stärker gefordert, denn der Lockdown hat zu einem Anstieg psychischer Erkrankungen geführt.
Dennoch gilt es, die Digitalisierung in der Praxis voranzutreiben. Nicht alle Ärzte und Psychotherapeuten, sogenannte Heilberufler, tun dies. Die Fristen des Gesetzgebers zum Anschluss der Praxis an die Telematikinfrastruktur (TI), die Datenautobahn der Gematik, ließen bereits im vergangenen Jahr viele Ärzte und Psychotherapeuten verstreichen und bekommen deshalb weniger Leistungen erstattet. Die Zahl der Bestraften dürfte nun noch einmal zunehmen.
Denn seit dem 1. Juli müssen Ärzte und Psychotherapeuten die elektronische Patientenakte (ePA) befüllen können. Um auf die ePA zuzugreifen, bedarf es verschiedener technischer Voraussetzungen. Heilberufler benötigen dafür auch den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA).
Anfang August hat die Bundesärztekammer neue Zahlen zum Auslieferungsstatus veröffentlicht. Nicht einmal die Hälfte der rund 161.000 Praxisärzte haben einen eHBA (47 Prozent). Offizielle Statistiken zur Ausgabe der Ausweise an die rund 35.000 ambulant tätigen Psychotherapeuten gibt es nicht.