Bitcoin schützen: Wie Sie Bitcoin sicher halten
So sichern Sie Bitcoin richtig. Vor- und Nachteile von Hot und Cold Wallets im Überblick.
Foto: REUTERSDüsseldorf. Verwahren Anleger ihre Bitcoin auf einer Börse und nicht in einer eigenen Wallet, haben sie keinen direkten Zugriff darauf. Denn die „Keys“, eine Art Zugangsberechtigung zu den gehaltenen Bitcoin, befinden sich bei der jeweiligen Börse – und eben nicht beim Nutzer selbst. So lautet ein Grundsatz in der Bitcoin-Community: „Not your keys, not your coins.“
Spätestens die Pleite der Kryptobörse FTX hat vielen Anlegern schmerzlich klar gemacht, dass gehaltene Kryptowährungen auf Onlinebörsen risikoreich sind. So hatte die Börse nach Bekanntwerden der Insolvenz den Handel gestoppt und Anlegern den Zugriff auf ihre Wallet verwehrt.
Eine sicherere Alternative zur Aufbewahrung bei einer Kryptobörse sind sogenannte Hot- oder Cold-Wallets. Was sind die Unterschiede, was sind die Vor- und Nachteile?
Bitcoin sicher aufbewahren – so schützen Sie Ihre BTC
Abseits von Kryptobörsen können Anleger ihre Anteile in Hot- oder Cold-Wallets halten. Die Entscheidung, welcher Wallet-Typ besser geeignet ist, hängt vom Umfang der Investition sowie der persönlichen Anlagestrategie ab.
Wesentlich ist, dass der Nutzer die Keys – quasi das Passwort für den Zugriff auf die Bitcoin-Wallet – direkt besitzt und nicht eine Drittpartei wie beispielsweise ein Kryptobörsenanbieter. Nur unter diesen Bedingungen gehören die Bitcoin tatsächlich dem Nutzer, und nur dann hat er die vollständige Kontrolle über seine Anteile.
Bei der Einrichtung einer Bitcoin-Wallet wird eine Zwölf- oder Vierundzwanzig-Wort-Kombination erstellt. Diese Wörter dienen als Zugangsschlüssel zur jeweiligen Wallet und müssen sicher aufbewahrt werden. Das Ganze nennt sich „Seed Phrase“.
Nur Personen im Besitz dieses Passworts können auf die Bitcoin in der zugehörigen Wallet zugreifen.
1. Bitcoin online aufbewahren: Hot-Wallet
Eine Option, Bitcoin zu sichern, sind sogenannte Hot-Wallets. Das können etwa Depots bei Coinbase, Kraken oder vergleichbaren Kryptoplattformen sein. Sie sind „hot“, weil sie stets mit dem Internet verbunden sind.
Vorteil: Sie bieten Nutzern einen hohen Komfort, da sie schnell mit den Coins handeln können. Mit einer Hot-Wallet können Anleger so auf aktuelle Kursentwicklungen reagieren. Außerdem haben Kunden hier einen Support, der bei Problemen helfen kann.
Nachteil: Hot-Wallets sind nicht die sicherste Form der Aufbewahrung von Bitcoin, da diese ständig mit dem Internet verbunden sind – und prinzipiell gehackt werden können. Zudem verwalten viele Börsen die Keys für ihrer Nutzer. Das ist zwar komfortabel, kann sich aber wie im Falle von FTX als hohes Risiko herausstellen, sobald die jeweilige Börse in Schieflage gerät.
Um die gehaltenen Bitcoin zu sichern, bieten viele Kryptobörsen zusätzliche Sicherheitsoptionen. So lassen sich etwa auf der Krypto-Handelsplattform Coinbase sogenannte „Vaults“, zu deutsch „Tresore“, für die eigenen Bitcoin-Anteile einrichten. Durch diese wird eine weitere Sicherheitsstufe für Nutzer eingebaut. Für die Einrichtung eines solchen Tresors benötigen Nutzer eine zweite E-Mail-Adresse, um Transaktionen zu legitimieren.
Ist solch ein Tresor erstellt, müssen Nutzer die darin enthaltenen Bitcoin für Transaktionen zunächst aus dem Tresor abheben, bevor sie mit diesen handeln können. Die Auszahlung der Coins aus dem Vault wird erst freigegeben, wenn die Inhaber der beiden registrierten Mail-Adressen binnen 48 Stunden die Transaktion bestätigen. Auch andere Anbieter bieten vergleichbare Sicherheitstools. Dennoch sollten Anleger beachten, dass auch ein solcher Tresor nur über eine ständige Internetverbindung möglich und demnach nicht frei von Risiken ist.
Gleichzeitig bieten die Börsen selbst bereits einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Die Coinbase-Website nutzt beispielsweise eine AES-256 Verschlüsselung, ein besonders hoher Verschlüsselungsstandard, um die Informationen der Nutzer zu schützen. Zusätzlich sichert Coinbase 98 Prozent aller digitalen Werte auf einem Offlinespeicher.
Wichtig: Nutzer verwahren die Keys von Hot-Wallets selten selbst. Die auf der Wallet gesicherten Bitcoin gehören damit rein faktisch nicht dem jeweiligen Nutzer, da dieser nicht über die dafür notwendigen Keys verfügt.
Neben den großen bekannten Kryptoplattformen, die die Keys für die Nutzer halten, gibt es mittlerweile aber beispielsweise mit Relai oder Coinfinity europäische Bitcoin-Börsen, die auf die Eigenverwahrung der Bitcoin setzen. Hier liegen die Keys bei den Nutzern selbst.
2. Bitcoin offline aufbewahren: Cold-Wallet
Bitcoin können Nutzer aber auch offline in sogenannten Hardware-Wallets oder Cold-Wallets aufbewahren. Diese sind äußerlich vergleichbar mit Speichermedien wie USB-Sticks. Grundsätzlich haben die Wallets keine Anbindung ans Internet, außer dann, wenn Nutzer sie kurz für den Transfer anschließen.
Vorteil: Bitcoins in Hardware-Wallets offline aufzubewahren, bietet mehr Schutz, da diese nicht gehackt werden können. Darüber hinaus gehören die Coins damit dem Nutzer selbst, da diese nicht über eine Kryptobörse gehalten wird.
Geht die Hardware einer solchen Cold-Wallet kaputt, stellt das kein Problem dar. Nutzer benötigen lediglich neue Hardware, die auch nicht zwingend vom gleichen Hersteller sein muss. Durch die in Eigenverwahrung gesicherten Zugangswörter stellen Anleger ihre Cold Wallet wieder her. Die gespeicherten Bitcoin-Anteile sind nämlich nicht auf dem Gerät selbst hinterlegt.
Wer seine Bitcoin möglichst sicher aufbewahren will, ist mit einer Cold-Wallet grundsätzlich gut bedient. Es ist keine dritte Partei für Überweisungen oder Zahlungen erforderlich.
Nachteil: Abstriche gibt es bei der Benutzerfreundlichkeit. Sobald die Bitcoin auf die entsprechende Hardware übertragen wurden, liegt die volle Verantwortung beim Nutzer selbst. Dieser Punkt kann sich allerdings gerade in turbulenten Zeiten als Vorteil herausstellen.
Es gibt unterschiedliche Anbieter für Cold-Wallets. Auf diesen Sicherungsmedien lassen sich die online gehaltenen Bitcoin übertragen. Derartige Cold-Wallets sollten Anleger immer direkt beim Hersteller beziehen, da so mögliche Betrugsversuche ausgeschlossen werden können.
Achtung: Vergessen oder verlieren Anleger ihren Key, sind die Einlagen womöglich verloren. Es gibt keinen Kundenservice, der einem in diesem Fall helfen kann. Daher sollten Anleger auch die Keys bestmöglich geschützt aufheben.
Wie sichere ich meine Keys?
Der Schutz des eigenen Keys ist in jedem Fall entscheidend. Wenn Dritte Zugriff auf diese Schlüsselwörter erhalten, haben sie uneingeschränkten Zugang zur Wallet. Viele Anleger notieren ihre Seed Phrase auf Papier, was jedoch bei Brand oder Überschwemmung ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen kann.
Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter, die Abhilfe schaffen, indem sie die Sicherung der Schlüssel auf Titanplatten, in Stahlkapseln oder auf anderen robusten Materialien anbieten. Das soll den Verlust durch äußere Einflüsse minimieren und so den Zugriff auf die eigene Wallet langfristig ermöglichen. Allerdings können die Kosten für eine derartige Absicherung hoch sein.
Was ist eine Hidden-Wallet?
Eine Hidden-Wallet stellt eine zusätzliche Sicherheitsstufe dar, um Bitcoin-Bestände noch effektiver vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Basierend auf den vorgegebenen zwölf oder 24 Wörtern können Nutzer ein eigenes, individuell festgelegtes Wort hinzufügen. Selbst wenn Dritte Zugang zur Seed Phrase erhalten, jedoch nicht über das zusätzliche Wort verfügen, wird der Zugriff auf die Bestände verhindert. Nutzer müssen sich in diesem Fall neben der eigentlichen Seed Phrase auch dieses spezielle Wort merken oder es separat von der eigentlichen Zugangskombination aufbewahren.
Dieser Artikel erschien bereits im August 2021. Der Artikel wurde am 05.05.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.