Energieversorgung: Stadtwerke erhöhen Gaspreise massiv: „Es gibt eine größere Preiswelle“
Für Erdgasbesitzer wird es noch teurer.
Foto: dpaDüsseldorf. Für die Kunden des Kölner Energieversorgers Rheinenergie sitzt der Schock tief: Um mehr als 116 Prozent steigen die Erdgaspreise zum 1. Oktober. „Wir haben auf der Gaseinkaufsseite Mehraufwendungen von über 700 Millionen Euro“, rechtfertigt Rheinenergie-Vertriebsvorstand Achim Südmeier die Entscheidung im Podcast Handelsblatt Green. Man sei gezwungen, diese jetzt an seine Kunden weiterzugeben, die Lage sei „sehr angespannt“.
Der Kölner Versorger hatte als erstes der großen Stadtwerke seine Grundversorgungstarife massiv angehoben. Dann haben auch die Wuppertaler Stadtwerke und Energieversorgung Oberhausen (EVO) deutliche Preiserhöhungen angekündigt.
So zahlen EVO-Kunden im Grundversorgungstarif künftig 14,49 Cent (plus 33 Prozent) Arbeitspreis je Kilowattstunde (kWh). Bei den Stadtwerken Wuppertal sind es 50 Prozent mehr. Spitzenreiter bleibt allerdings der Versorger Rheinenergie mit 18,3 Cent je kWh.
„Es gibt eine größere Preiserhöhungswelle“, sagt Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Es werden definitiv noch viele Stadtwerke nachziehen.“
Die Preiserhöhungen haben es bereits in sich, dabei ist die staatliche Gaspreis-Umlage noch gar nicht mit eingerechnet. Die kommt im Herbst noch obendrauf. Beim Beispiel Rheinenergie käme ein Durchschnittshaushalt (15.000 bis 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) nach der jüngsten Preisrunde inklusive der Umlage im schlimmsten Fall auf satte 2500 bis 3000 Euro Mehrkosten im Jahr.