Einzelhandel: Galeria Karstadt Kaufhof kündigt Tarifvertrag und braucht wohl „nochmal frisches Geld“
Das Unternehmen kämpft gegen Umsatzrückgänge und Kostensteigerungen.
Foto: GALERIA Karstadt Kaufhof GmbHDüsseldorf. Die Warenhauskette Galeria greift in ihrem Kampf gegen die Krise im Handel zu radikalen Mitteln. Wie das Unternehmen dem Handelsblatt am Freitag bestätigte, hat die Geschäftsführung einseitig den mit der Gewerkschaft Verdi geschlossenen Sanierungstarifvertrag gekündigt.
„Wir sind in dieser wirtschaftlich angespannten Situation gezwungen, wie tarifvertraglich ausdrücklich in einem solchen Fall vorgesehen, unseren Integrationstarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi zu kündigen, um unser Unternehmen wieder insgesamt nachhaltig zu stabilisieren“, teilte Galeria auf Nachfrage mit.
Das bedeute nicht, dass Galeria nun nicht mehr tarifgebunden sei. „Die Folge dieser Kündigung ist zum einen das „Einfrieren“ der Vergütung auf dem aktuellen Lohnniveau und zum anderen die Verpflichtung, mit Verdi zu verhandeln, um den Tarifweg nunmehr an die neue Situation anzupassen“, hieß es weiter. Das offiziell „Überleitungs- und Integrationstarifvertrag“ genannte Dokument war nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof unterzeichnet worden und sicherte nicht nur den Erhalt von Standorten, sondern auch Entgeltsteigerungen für die Mitarbeiter analog zum Flächentarifvertrag.