Friederike Welter im Interview: Mittelstandsforscherin: „Jetzt kommt es auf die Resilienz der Unternehmerperson selbst an“
Die Wissenschaftlerin ist eine der führenden Expertinnen für den deutschen Mittelstand.
Foto: IfMFrau Welter, seit sechs Jahren schauen Sie zum Jahreswechsel auf den deutschen Mittelstand – jedes Mal wurden die Krisen größer. Jetzt haben wir einen Angriffskrieg Russlands in der Ukraine. Ist der deutsche Mittelstand resilient genug, um auch dessen Folgen abzufangen?
Pauschale Antworten gibt es nicht. Manche Branchen wie Gastronomie und Handel haben die Pandemie mehr gespürt, das verarbeitende Gewerbe ist jetzt stärker betroffen – und damit der industrielle Kern Deutschlands.
Und damit die Resilienz?
Egal in welcher Branche, es wird Unternehmer geben, die mit ihrem Geschäftsmodell zunächst gut durch die Pandemie gekommen sind, aber deren Rücklagen aufgebraucht sind und die jetzt aufgrund des Kriegs und der rasant steigenden Energiepreise sagen: „Ich schaffe es nicht mehr.“
Erschwerend kommt im Handel der Strukturwandel zum Online-Shopping sowie in den vergangenen Monaten die Inflation hinzu – in der Industrie zudem die Herausforderung der grünen Transformation. Letztlich hängt es aber auch von der Resilienz der Unternehmerperson selbst ab, ob und wie ein Unternehmen all diese Entwicklungen übersteht.