Videosprechstunde: Teleclinic wirtschaftet profitabel
Während vor der Pandemie kaum jemand online einen Arzt konsultierte, stieg die Zahl der Videokonsultationen auf 3,5 Millionen im Jahr 2021.
Foto: dpaKöln. Die Videosprechstunde erlebte ihren Durchbruch während der Coronapandemie. Während vor der Pandemie kaum jemand online einen Arzt konsultierte, stieg die Zahl der Videokonsultationen auf 3,5 Millionen im Jahr 2021. Nach der Pandemie ging die Zahl der durchgeführten Videokonsultationen wieder zurück. Der Rückgang ist nicht nur mit den aufgehobenen Hygienevorschriften zu erklären, sondern auch mit dem unattraktiven Vergütungsmodell für Ärzte. Seit April 2022 dürfen sie nur noch 30 Prozent ihrer Leistungen als Videosprechstunde abrechnen.
Anbieter von Videosprechstunden-Software sind – auch wegen der komplizierten Gesetzeslage – seit Jahren auf der Suche nach einem profitablen Geschäftsmodell. Das schwedische Start-up Kry, in das Investoren bereits mehr als 700 Millionen US-Dollar investiert haben, hat Deutschland nur einen kurzen Besuch abgestattet. Ende 2019 ging es hierzulande an den Start, drei Jahre später verabschiedete es sich. Nun meldet mit der Münchener Teleclinic ein erster Anbieter gegenüber Handelsblatt schwarze Zahlen.
Teleclinic verdient an jeder Videoberatung mit
„Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten war ein Schlüssel zum Erfolg“, sagte Teleclinic-Marketingchef und - Geschäftsführer Benedikt Luber dem Handelsblatt. Das im Jahr 2015 gegründete Unternehmen gehört inzwischen zur Schweizer Versandapotheke DocMorris. Eigenen Angabenzufolge arbeitet Teleclinic mit rund 1500 Ärzten zusammen. Pro Telebehandlung zahlen die Ärzte eine Nutzungsgebühr, die im einstelligen Euro-Bereich liegt.