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Expertengespräch „Wir kommen an Langzeitstromspeichern nicht vorbei“

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Die Energiespeicher der Zukunft entwickeln

Apropos Aufbewahren: Kommen wir zur Speicherung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Wie ist da der Stand der Dinge?
Opfermann: Das ist eines der großen Themen in Deutschland. Es ist klar, dass wir nicht nur neue Stromtrassen brauchen. Ab einem Anteil der Erneuerbaren von 40 bis 60 Prozent kommen wir an einem Langzeitstromspeicher nicht mehr vorbei, auch nicht durch einen beschleunigten Stromleitungsausbau. Pumpspeicherkraftwerke sind eine Lösung als Langzeitspeicher, aber in Deutschland nur noch in äußerst begrenztem Umfang zu errichten.

Infografik Wie Energie sich speichern lässt



Welche Möglichkeiten gibt es außerdem noch?
Opfermann: Eine aus unserer Sicht viel versprechende Lösung bei Lastspitzen ist der Power-to-Gas-Ansatz. Mit dieser Umwandlung von regenerativem Strom in Wasserstoff haben Sie zwei Möglichkeiten: Wasserstoff lässt sich mit einem Anteil von derzeit gut fünf Prozent in das Erdgasnetz einspeisen. Oder, und das ist die attraktivere Lösung, der Wasserstoff lässt sich stofflich nutzen: mit Brennstoffzellen-betriebenen Autos. Dadurch wird der Strommarkt mit dem Kraftstoffmarkt gekoppelt. Auch Luftverflüssigung taugt als Energiespeicher. Die Luftverflüssigung ist ein Verfahren zur Gastrennung, vor fast 130 Jahren von Carl von Linde entwickelt. Damit können wir inklusive Wiederverstromung einen guten Wirkungsgrad von 50 Prozent erreichen.

Muschelknautz: Solche Lösungen sind keine neue Wissenschaft, sondern beruhen auf bereits bewährten Technologien. Wir berechnen die verschiedenen Szenarien, um herauszufinden, wann und unter welchen Umständen sich der Einsatz eines solchen Energiespeichers lohnt.

Opfermann: Ein Beispiel dafür sind die Linde-Wasserstoff-Tankstellen. Mit fünf weiteren Partnern haben wir uns in der Initiative H2Mobility zusammengeschlossen: Air Liquide, Daimler, OMV, Shell, Total und Linde. Heute gibt es erst 15 öffentliche Wasserstofftankstellen in Deutschland, bis zum Jahr 2023 soll eine Wasserstoff-Infrastruktur mit mehr als 400 H2-Tankstellen entstehen. Bereits innerhalb der kommenden vier Jahre werden die ersten 100 Wasserstoff-Stationen in Betrieb gehen. Toyota, die mit BMW eine Koalition in der Hybridtechnologie begonnen haben, aber auch Daimler, GM, Honda und Hyundai sind bei der Entwicklung schon lange aktiv.

Herzlichen Dank für das Gespräch.


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