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Open Leadership: Wer die meiste Expertise für eine Entscheidung besitzt, trifft sie
(Foto: Unsplash)

Führungskultur Was ist „Open Leadership“?

Das alte Top-Down-Prinzip hat ausgedient. Doch wie kann eine Führungskultur aussehen, in der alle Mitarbeiter auch mitentscheiden dürfen? Ist das alltagstauglich? Oder sogar unverzichtbar?
16.10.2020 - 08:41 Uhr Kommentieren

Lange Zeit war die Entscheidungsfindung in Unternehmen eine Aufgabe der Chefetagen. Oben wurde entschieden, unten ausgeführt. In Zeiten der digitalen Transformation stößt selbst eine starke Führung schnell an Grenzen. Schnelles und funktionsübergreifendes Denken erfordert, verschiedene Bereiche an einen Tisch zu bringen. Manche Fragestellungen sind so komplex geworden, dass es unverzichtbar ist, die Stimme des jeweiligen Experten im Unternehmen zu hören. Im digitalen Zeitalter sind hierarchische Führungsmodelle deshalb unterlegen.

Einen neuen Ansatz bietet das Modell des „Open Leadership“. „Wenn man traditionell an Leadership denkt, denkt man an Top-Down-Entscheidungen, die hinter geschlossenen Türen getroffen werden. Open Leadership will dies vermeiden, indem man diese Türen öffnet und Mitarbeitern Autonomie und Agilität ermöglicht“, erklärt Emilie Ilian, Senior Manager People bei Red Hat.
Dem Unternehmen ist diese Art der Führung in die Wiege gelegt worden. Red Hat vertreibt Open-Source-Lösungen; auch hier arbeiten die verschiedensten ITler an einem Problem. Das beste Ergebnis setzt sich durch, egal, wer es erzielt hat. Ein Erfolgsrezept, das auch die Zusammenarbeit in anderen Bereichen des Unternehmens prägt.

Trotzdem gibt es auch bei dem Prinzip des „Open Leadership“ Strukturen, die greifen. Denn agile Teams sind nicht komplett führungslos. Je nach Projekt sorgt ein „Open Leader“ für die Motivation im Team und dafür, dass alle gehört werden. Er trifft Entscheidungen dort, wo Zweifel bestehen.

Expertise entscheidet

„Wenn ich zum Beispiel ein neues HR-Konzept aufgreifen möchte, dann stelle ich dies zuerst meinen Peers weltweit und meinem Vorgesetzten vor. Ich bitte sie, mir motivierte Leute aus ihren Teams zur Verfügung zu stellen und mir vielleicht auch Stolpersteine aufzuzeigen und Hinweise zu geben. So entsteht dann ein Team. Erst danach führe ich durch den Prozess“, erklärt Susanne Altrichter, Senior Manager Talent Acquisition bei Red Hat.

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Standort erkennen

    Am Ende des Prozesses besteht so ein Team aus Spezialisten. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel. Und wer immer an einer Stelle die meiste Expertise besitzt, sollte nicht nur gehört werden, sondern im Zweifelsfall in diesem Punkt auch die Führung übernehmen.

    Am Anfang mag dies für viele ungewohnt sein. Das weiß auch Susanne Altrichter. Über 1500 neue Kolleginnen und Kollegen stellen sie und ihr Team jedes Jahr ein. Viele Bewerber haben mit Open Leadership noch keine Erfahrung. Speziell, wenn sie aus traditionell hierarchisch aufgestellten Unternehmen kommen. „Wenn wir solche Mitarbeiter einstellen, erklären wir vorher ganz genau das Konzept. Wir zeigen auf, dass sie mehr Freiheiten, aber damit auch mehr Verantwortung haben. Die meisten finden das toll.“

    Führungsstil nach und nach anpassen

    Viele traditionelle Unternehmen schrecken trotzdem vor solchen Schritten zurück. „Es geht nicht darum, von einen auf den anderen Tag alles umzukrempeln“, sagt Shabnoor Shah, Open Leadership Global Lead and Coach bei Red Hat.

    „Man kann auch klein beginnen. Oft reicht es, erstmal aufzuzeigen, an welchen Stellen das Unternehmen bereits offen ist. Das nimmt Angst und motiviert.“ Sie bietet oft Coachings und Seminare an, um das Thema zu entdecken und an ersten Stellen zu etablieren. Die Kunden kommen dabei aus allen Bereichen. „Wir glauben fest daran, dass nur eine solche Führungskultur Unternehmen auf Dauer agil und erfolgreich wachsen lässt. Die Schritte in Richtung Open Leadership lohnen sich also.“

    Dabei sollte jedoch immer langfristig gedacht werden: Es bedarf einer echten Transformation, um eine Open Leadership Culture zu schaffen. Im besten Fall ist diese dann jedoch deutlich nachhaltiger und erfolgreicher als eine hierarchische Führung.