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Big Data Trends 2016 Digitalisierung und Analytics: zwei Seiten einer Medaille

2016 kann sich keine Branche mehr den Veränderungen durch die Digitalisierung entziehen. Die Erwartungshaltung des Kunden hat sich durch digitale Kanäle, soziale Medien und die damit einhergehende Vielfalt an Optionen stark verändert. In gleichem Maße wird Analytics bedeutender, um die Interaktion mit dem vernetzten Kunden (möglichst in Echtzeit) zu optimieren. Digitalisierung und Analytics sind also zwei Seiten derselben Medaille.
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Einfach war es nie, dem Kunden auf der Spur zu bleiben. Dennoch: In der „alten“ Marketingwelt wurden Strategien entwickelt, die sich auf einzelne, klar umrissene Kundensegmente richteten, deren handelnde Personen fest standen: Da gab es den Besucher im Ladengeschäft, der sich Informationen möglicherweise vorab im Internet besorgte und den „Digital Native“, der durch Social Media navigiert und im Web-Store einkauft. Dass es sich dabei allerdings um ein und dieselbe Person handeln kann, stürzt so manches Unternehmen in eine kommunikative Krise.

Denn der agile Kunde bewegt sich in alle Richtungen: online suchen und offline kaufen (ROPO), aber auch umgekehrt. Aus dem ständigen Informationsfluss muss der Handel in Echtzeit individuelle Angebote generieren; für Millionen von Kunden, die über unterschiedlichste Kanäle zeit- und ortsunabhängig mit der Marke kommunizieren. Und dabei diese Person als ein Ganzes über verschiedene Geräte und Kontaktpunkte hinweg begreifen, um sie gezielt und mit konsistenten Botschaften ansprechen zu können. „Die Trennung von online und offline wird 2016 endgültig aufgehoben“, weiß Andreas Heiz, Leiter des Kompetenzcenters SAS Business Analytics for Marketing, beim Softwarehersteller SAS. „Der Webshop als separate Entität ist 2016 tot. Die Verschmelzung der Interaktionskanäle wird endgültig zum entscheidenden Erfolgskriterium.“

Ohne Analytics geht hier nichts mehr. Doch im deutschsprachigen Wirtschaftsraum hinkt die personalisierte Kundenansprache noch hinterher. Kein Wunder, verzichten mehr als 70% der Handelsunternehmen doch auf die Auswertung von Omni- und Multi-Channel-Daten, so eines der Ergebnisse der Studie „Wettbewerbsfaktor Analytics“, die der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit SAS durchgeführt hat.

Doch nicht nur im Handel besteht Innovationsbedarf im Umgang mit Daten und Analytics. Die Studie bestätigt, dass bis zu 90% der Firmen in der DACH Region weniger als 50% ihrer verfügbaren Daten nutzen. „Das ist keine ideale Basis um beispielsweise von den Verheißungen des Internet of Things (IoT) zu profitieren“, so Wolf Lichtenstein, CEO von SAS in der DACH-Region.

Dennoch herrsche in vielen Unternehmen Aufbruchsstimmung in Sachen Digitalisierung. Gerade die Diskussion um Themen wie IoT oder Industrie 4.0, lässt die Digitalisierung in den Führungsetagen der Unternehmen im deutschsprachigen Wirtschaftsraum angekommen. Auch das belegen Ergebnisse der Studie Wettbewerbsfaktor Analytics, die dem Digitalisierungs-Status der Unternehmen auf den Grund geht.

So deutet der Trend der Studie einen Wandel im Entscheidungsverhalten an, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Wichtig ist (32,4 Prozent) die Datenanalyse zur Optimierung bestehender Prozesse und Produkte – und sie wird es auch zukünftig sein (28,1 Prozent), geben die Manager in der Befragung an. Während aktuell nur gut 13 Prozent Big Data im Bereich Innovation anwenden, sollen es zukünftig 22 Prozent sein.

Die Wirtschaft in der DACH-Region trifft ihre Entscheidungen also zunehmend datenbasiert, konstatiert Studienleiter Professor Norbert Gronau von der Universität Potsdam: „Das bauchgetriebene Entscheiden ist auf dem Rückzug.“ Die Anzahl der Befragten die erfahrungsbasiert entscheidet, hat sich seit der ersten Erhebung im Jahr 2012 jedenfalls mehr als halbiert.

Was bedeutet dies nun für das Jahr 2016 und darüber hinaus? Wo stehen die Unternehmen im deutschsprachigen Raum und was wird für sie wichtig werden?
Dr. Andreas Becks, Manager Business Analytics beim Softwareanbieter SAS, bestätigt, dass sich in den kommenden Jahren eine neue analytische Kultur in den Unternehmen durchsetzen wird. In zukunftsorientierten Unternehmen stehen für 2016 und darüber hinaus die folgenden Themen auf der Agenda:
„Approachable Analytics“: Angesichts der übergreifenden Digitalisierung in den Unternehmen fordern immer mehr Mitarbeiter einen einfachen „Self-Service“-Zugang zu Analytik und datenbasierten Entscheidungen.

Hadoop & Co.: Neue günstige Speicher- und Auswertungstechnologien ermöglichen wirtschaftlichere Analytik auf vielen und vielfältigen Daten. Diese Technologien müssen für die Breite zugänglich und einfach zu bedienen sein.

Wirtschaftlichkeit: Analytische Entscheidungen sind zunehmend geschäftskritisch. Sie müssen daher in großem Stil, verlässlich und skalierbar wie in einer Fabrik laufend Resultate liefern (Stichworte: Kundendaten, Internet of Things, Machine-to-Machine-Kommunikation).
Datenbasierte Innovation: Unternehmen fragen zunehmend danach, wie sie sich bisher ungenutztes Potenzial durch neue Daten und somit Wettbewerbsvorteile erschließen können.

Cloud: Analytische Leistungen und Tools werden zunehmend aus der Cloud bezogen.

Hier geht es zur Studie.