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Aktiv oder passiv? Fast schon eine Glaubensfrage

Wann lassen sich mit aktiv gemanagten Fonds die besseren Renditen erzielen? Und halten die beliebten ETFs auch das, was Anleger sich von ihnen versprechen? Drei Profis darüber, warum ihre Wahl die bessere ist.
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(Foto: gms)

Wie leidenschaftlich Vermögensverwalter tatsächlich ihrer Arbeit nachgehen, lässt sich eindrucksvoll an einer einzigen Frage vorführen: Aktiv oder Passiv?

Welche Form der Anlage die bessere ist –  das spaltet selbst die Experten in zwei Lager. Und obwohl es für beide Seiten Argumente gibt, ist es nicht viel weniger als eine Sache der Überzeugung. Umso interessanter zu erfahren, welche Ergebnisse dabei rauskommen, wenn Profis über das Für und Wider ihrer Anlagestrategie diskutieren. Vor allem im Blick auf das eigene Portfolio.

Aktiv sein Vermögen managen tut schon der, der sich Gedanken darüber macht, welche Wertpapiere er sich ins Depot holt. Das kann vom Privatanleger bis zum Fondsmanager jeder sein. Durch die richtige Wahl der Papiere nach verschiedensten Ansätzen ist es das Ziel eines solchen aktiv gemanagten Fonds, einen Vergleichsindex zu schlagen und eine Überrendite, die sogenannte Outperformance zu erzielen. Bei einem passiven Vermögensmanagement hingegen verzichtet der Anleger auf eine spezielle Auswahl seiner Positionen. Im Grunde genommen kauft er den Markt. Über Indexfonds oder ETFs bildet man einen gewählten Vergleichsindex so genau wie möglich nach, sowohl was Risiko und Rendite angehen. Dabei gibt sich der Investor mit den Ergebnissen dieser Benchmark zufrieden, und versucht qua Konstruktion gar nicht erst den Markt zu schlagen, kommt dabei aber auch nicht ins Risiko, schlechter als ebendieser dazustehen. 

Direktor Vermögensverwaltung nowinta Vermögensverwaltung GmbH Quelle: PR
Marc Cavatoni

Direktor Vermögensverwaltung nowinta Vermögensverwaltung GmbH

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Und genau hierin liegt auch schon ein großer Vorteil passiv gemanagter Fonds – oder eben ein Nachteil, je nachdem wie man argumentiert. Denn besser als der Markt zu sein entpuppt sich als gar nicht mal so leichte Aufgabe. „In der Praxis schaffen dies weit weniger als die Hälfte“, weiß Marc Cavatoni von der Nowinta Vermögensverwaltung zu berichten. Am Ende setzten sich am Markt nur die Fonds durch, denen das über einen längeren Zeitraum gelinge. Bei passiven Fonds wie ETFs dagegen, könne sich der Anleger sicher sein, seine Indexrendite (abzüglich der Kosten, die – so betont es Cavatoni extra – geringer ausfallen als bei Aktivfonds) zu erreichen. Einen weiteren Vorteil sieht er in der größeren Handelbarkeit von ETFs, mit denen Anleger deswegen ein Stück weit schneller reagieren könnten als mit Aktivfonds. Und zumindest im tagesaktuellen Bereich bieten ETFs eine nahezu hundertprozentige Transparenz. „Das ist bei Aktivfonds nicht zwingend der Fall“, so der Nowinta-Vermögensverwalter.

Auch wenn diese Argumente alle zählen, bezeichnet Ernst Heemann ein aktives Management als die Strategie seiner Wahl. Aus eigener Erfahrung sagt er: „Ein guter Fonds spiegelt eben auch ein gutes Depotmanagement wieder.“ Der Geschäftsführer der Heemann Vermögensverwaltung setzt auf die maximale Flexibilität bei den Aktiven: „Dagegen sind passive Fonds durch die Vorgaben in ein starres Korsett gezwängt“

Geschäftsführer der Heemann Vermögensverwaltung GmbH Quelle: PR
Ernst Heemann

Geschäftsführer der Heemann Vermögensverwaltung GmbH

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Und auch der dritte im Bunde, Winfried Walter, erkennt die guten Seiten von Passiv-Titeln wie ETFs an, spricht sich aber dennoch für Aktivfonds aus – eine Herzensangelegenheit, wie man dem Vermögensverwalter aus dem Hause Schneider, Walter und Kollegen anmerkt. Er sieht die Passivtitel vor allem als Möglichkeit für Vorsorgeanfänger, in der Welt der Anlage grundlegend Fuß zu fassen. „Bei passiven Ansätzen wird das Investment aber mental auf ein bloßes Plus und Minus reduziert“, sagt Walter. Dabei komme das grundlegende Verständnis der Märkte gar nicht erst zur Geltung: Dass die Rendite in der Wertschöpfungskraft qualitativer Unternehmen liege.

Grundsätzlich gibt es sowohl aktive als auch passive Fonds für jede mögliche Marktphase. Daher ist die Form der Anlage für Ernst Heemann auch grundlegender als das Auf und Ab der Börsen: „Viel mehr ist das Ganze eine Frage der Strategie.“ Winfried Walter sieht sich in eigener Erfahrung bestätigt. Sein aufgelegter Aktivfond kam ebenso gut durch freundliche wie turbulente Perioden – und das eine ganzes Jahrzehnt lang.  Zwar verneint Marc Cavatoni nicht, dass topgemanagte Fonds in volatilen Phasen eine starke Performance hinlegen können. „Doch Anleger fragen sich dann schon, warum man sich nicht für einen ETF entscheidet ohne die Gefahr negative Rendite teuer einzukaufen.“ Wenn die Börsen zittern, trenne sich die sprichwörtliche Spreu vom Weizen einfach schneller, so der Nowinta-Experte.

Gerade darin sieht Heemann eine Herausforderung, die er nur allzu gerne annimmt: „In turbulenten Phasen wie zu Beginn 2016 ist die aktive Strategie das Nonplusultra.“ Der Vorteil: Es könne so auch in Absicherungsmechanismen investiert werden. Bei passiven Strukturen sei das eben nicht möglich. Und auch Winfried Walter sieht die schwierigen Passagen als die mit dem größeren Potenzial. Mit einem antizyklischen Value-Ansatz könne man über den Kauf von Qualitätspapieren zu Schnäppchenpreisen überperformen. Der Experte von Walter,Schneider und Kollegen bezieht sich dabei etwa auf Investmentlegende Warren Buffett.

Doch für welchen Typus Anleger ist welcher Ansatz besser geeignet? Marc Cavatoni macht die Wahl – etwas überraschend – gar nicht mal so abhängig vom Risikoprofil. Inzwischen gebe es genug Produkte für jede Anlageklasse und damit jede Risikostruktur. Stattdessen nennt er Kostenbewusstsein und eine Benchmark-Affinität als Charakteristika, die für passive Positionen sprechen. Aber auch mit den Kosten verhält es sich nicht so eindeutig wie vielleicht vermutet. Zwar weisen Aktivfonds höhere Kosten auf. Doch das mache diese per se nicht schlechter, meint Cavatoni. Der Nowinta-Profi betont dabei, dass es alles eine Frage der richtigen Auswahl sei – wie so oft in der Welt der Geldanlage.

Vorstand und Senior Portfolio Manager bei Schneider, Walter und Kollegen Vermögensverwaltung AG Quelle: PR
Winfried Walter

Vorstand und Senior Portfolio Manager bei Schneider, Walter und Kollegen Vermögensverwaltung AG

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Für Heemann sind die Kosten ebenfalls eher einen zu vernachlässigender Faktor: „Bei erfolgreichen Fonds erwirtschaftet die Outperformance eben auch mehr als die höheren Kosten.“ Ins gleiche Horn bläst Winfried Walter, der sich sicher ist, dass gute Manager ohnehin ihre Kosten stets im Blick behalten. Sein Vorschlag: „Schlägt ein Fondsmanager über einen längeren Zeitraum seine Benchmark – und nur dann – erhält er eine Extraprämie.“ Einen Teil des Betrages, den er dem Investor damit zusätzlich zum Vergleich mit einen bloßen Passiv-Investment erwirtschaftet, hält Walter für fair.

Während sich Walter und Heemann also für eine klare Aktivstrategie aussprechen, bevorzugt Cavatoni einen etwas defensiveren Mischansatz. Er empfiehlt dem Privatanleger im Kerninvestment eine ständige Orientierung an Benchmarken: „So hat der Anleger sein Basisinvestment kostengünstig angelegt, weiß täglich exakt die Gewichtung der Anlagestrategie und kann gegebenenfalls auch agieren.“ Dabei beruft er sich auch auf Studien, die passiven Fonds auf längere Sicht eine höhere Renditewahrscheinlichkeit bezeugen. Nichtsdestotrotz hält auch er eine Beimischung von Aktivfonds für sinnvoll.

Eins wird klar: Bei allen Argumenten, die für die eine oder die andere Sache sprechen, können mit beiden Ansätzen gute Renditen gefahren werden. Am Ende kommt es neben der Qualität der Produkte eben doch auf die eigene Überzeugung an.