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Das Lufthansa-Design Wie die Zeit im Flug vergeht

Von schrillen Polsterfarben bis zu Lederhosen haben Passagiere an Bord von Lufthansa-Maschinen manche Mode kommen und gehen sehen. Auf zwei optische Konstanten konnten sie sich aber stets verlassen.
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Der Himmel bekommt ein neues Blau

Der Himmel bekommt ein neues Blau

Wie viel Trends verträgt eine Marke? Diese Frage stellten sich die Verantwortlichen bei Lufthansa über Jahrzehnte hinweg immer wieder, und beantworteten sie in einem gestalterischen Punkt immer gleich: Der Kranich bleibt. Der Vogel, der 2018 sein 100-jähriges Jubiläum als Wappentier der Lufthansa und ihrer Vorläufer feiert, überstand bisher jede Designanpassung, ebenso die Farben Blau und Gelb. Sie sind seit jeher der Anker der Corporate Identity.

Die Markenoptik geht jedoch weit über das Logo und Farbschema hinaus. Von der Flugzeugbemalung über die Polsterbezüge bis zum Besteck in der First Class trägt jeder Aspekt zum Gesamtbild bei.

Mit Schnittchen vom Silbertablett und ein wenig Dior
Das Wappentier ist älter als die Lufthansa selbst
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Auf mehr als ein halbes Jahrhundert Firmengeschichte blickt Europas größte Airline inzwischen zurück. Der Kranich ist sogar noch älter, im Jahr 2018 genau 100 Jahre. Das Foto vom Flughafen Berlin-Tempelhof zeigt 1926 erstmals den Kranich mit Kreis auf einem Schild der „alten“ Lufthansa. Sie stellte ihren Flugbetrieb im April 1945 endgültig ein.

Der Marke treu geblieben
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Lufthansa ist ein Traditionsunternehmen. Die „Hansa“ geht aber trotzdem mit der Zeit. Das gilt für ihre Flotte wie für ihr Personal. Komfort und Service wurden schon immer großgeschrieben – so wie 1975 in der First-Class einer Boeing 707. Orangene Polster kennzeichnen die Klasse in diesen Jahren.

Stilsicher in Marineblau
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Damals wie heute kamen und kommen die Kabinen-Crews in eleganten Kostümen beziehungsweise Anzügen daher. Mit dem neuen Logo erfährt auch die Mitarbeiter-Mode sanfte Anpassungen.

Blauer Kranich auf gelbem Grund
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Ihre „Mannschaftsfarben“ hat die Lufthansa beibehalten – im Firmenlogo wie in der Mode. Ende der 1970er-Jahre kam die Dienstkleidung in Blau-Gelb daher. Die klaren Modelinien sind nach wie vor zu erkennen und gehen auf die ersten Uniformen der neuen Lufthansa ab 1955 zurück.

Die ersten Uniformen der heutigen Lufthansa
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Uli Richter entwarf 1955 die Dienstkleidung von Kabinenpersonal und Piloten. Inspiration waren für den Designer die schnörkellosen Linien von Christian Dior, die Richter elegant aber zweckmäßig für die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpasste.

Darf's ein bisschen mehr Farbe sein?
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Das über Jahrzehnte kaum gewandelte Wappentier steht im Gegensatz zu anderen Designanpassungen. Orange war in den 1970er Jahren en vogue und mit dieser Lounge im Oberdeck einer Boeing 747-130 ging Lufthansa auf Nummer sicher, diesen Trend nicht zu verpassen.

Ein stimmiges Gesamtbild
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Ende der 70er war das grelle Orange aus der Boeing in dieser First Class einer DC-10 schon deutlich weniger grell und taucht nur noch an den Kopfstützen auf. Bewährtes bleibt jedoch: Der Käse kommt nach wie vor direkt vom Laib – beschriftete Fähnchen inklusive. Die rote Rose am Platz hat sich übrigens im Gegensatz zu den Käsepiekern bis heute in der First Class gehalten.

1975 waren die Sitze der Boeing 707 in der Tourist Class noch mit blau-rotem Stoff, in der Boeing 747 mit türkisfarbenem Stoff überzogen, die der First Class in Orange – Farben, die in die Siebzigerjahre gehörten wie Schlaghosen und „Saturday Night Fever“.

Diese bunte Phase war spätestens 1990 vorbei, als die Schweizer Agentur Zintzmeyer & Lux einheitliche Sitzbezüge für alle Klassen entwarf. Die Sitze in der First Class wurden silbern, in der Business Class blau und in der Economy Class gelb und grau. Im Gegensatz dazu erfuhren das Logo mit dem Kranich im Kreis und der klare Lufthansa-Schriftzug, die beide auf Gestalter-Ikone Otto „Otl“ Aicher zurückgehen, seit den 1960er-Jahren nur sanfte Veränderungen.

Genau wie die Farben in den Flugzeugkabinen blieben die Uniformen der Crew von der Mode nicht unberührt. Im Vordergrund stand immer die Funktionalität – Uniformen sind immerhin Arbeitskleidung. Die Crew ist aber auch das Gesicht der Airline – der wichtigste und persönlichste Berührungspunkt zwischen Kunden und Unternehmen. Entsprechend viel Sorgfalt gebührt dem Outfit.

Als Uli Richter 1955 Uniformen für die Lufthansa-Crew entwarf, orientierte er sich deshalb stark an den klaren Linien von Christian Dior. Auch in den späteren Jahren waren es nur ausgewählte Designer – Werner Machnik, Jobis, Jürgen Weiss und Strenesse –, die Hand an die Lufthansa-Uniformen anlegen durften.

Konstant blieben mit den Jahren auch bei wechselnden Schnitten und Kopfbedeckungen die Farben Blau und Gelb. Heute tritt die Crew durchgängig in einem eleganten Marineblau auf – außer im Herbst, wenn in München das Oktoberfest stattfindet.

Dann tragen die Flugbegleiter auf den Strecken nach München zu diesem Anlass Lederhosen und blau-gelbe Dirndl – eine Tradition aus den Fünfzigerjahren, die jahrzehntelang ruhte. Trends und Tradition schließen sich bei modernen Marken also nicht aus – sie sorgen manchmal sogar für ein wenig Lokalkolorit.