Amerikanischer Investor hält bislang nur 75 Prozent HDW-Deal wird neu verhandelt

Für den amerikanischen Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) steht viel auf dem Spiel: Wenn das Insolvenzverfahren über Babcock Borsig eröffnet wird, wird auch der HDW-Deal neu verhandelt.

mjh/mv DÜSSELDORF. OEP will den Kieler U-Bootbauer zunächst vollständig übernehmen und anschließend Aktienpakete an neue Investoren abgeben. So wollen Thyssen-Krupp und die MAN-Tochter Ferrostaal jeweils 15 % an der Marinewerft übernehmen, weitere 20 % könnten an den US-Rüstungskonzern Northrop Grumman gehen.

Bislang gehören OEP jedoch erst 75 % minus einer Aktie. Babcock hält an HDW noch 25 % plus einer Aktie. Den Verkauf dieses Aktienpakets hat der US-Investor Guy Wyser Pratte verhindert, der rund 8 % an Babcock hält. Er erwirkte eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Duisburg, die inzwischen bestätigt wurde: Ohne einen Beschluss der Hauptversammlung (HV) dürfen die HDW-Anteile wegen der großen Bedeutung der Werftenbeteiligung im Babcock-Konzern nicht verkauft werden. Babcock hatte daraufhin erklärt, dass bereits eine neue HV einberufen sei, die über den Verkauf der restlichen 25 % beschließen werde.

Einem Verkauf muss allerdings der vorläufige Insolvenzverwalter Helmut Schmitz zustimmen. Denn das Amtsgericht Duisburg hat nach dem Babcock-Insolvenzantrag einen so genannten allgemeinen Zustimmungsvorbehalt ausgesprochen. Das bedeutet aber auch, dass der Insolvenzverwalter jedenfalls im vorläufigen Verfahren nicht selbst über den Verkauf der HDW-Anteile entscheiden kann, ohne einen Beschluss der Hauptversammlung einzuholen, wie es die einstweilige Verfügung verlangt. Anders ist es allerdings, wenn das Insolvenzverfahren eröffnet ist: Dann hat allein der Verwalter das Sagen, seine Stellung überlagert die Rechte der Anteilseigner. Er kann dann auch ohne HV-Beschluss die restlichen HDW-Anteile an OEP verkaufen, wenn dies im Interesse der Gläubiger die einträglichste Verwertung des Werftenanteils von Babcock Borsig ist.

OEP hat die HDW-Aktien in zwei Schritten erworben. Im März verkaufte der damalige Babcock-Chef Klaus Lederer mit Zustimmung des Aufsichtsrats die Hälfte seines HDW-Anteils an OEP. Die Tui AG (früher Preussag) reichte Anfang Juni ihren HDW-Anteil (50 Prozent minus einer Aktie) an OEP weiter.

Quelle: Handelsblatt

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