Analysten setzen auf neues Zugpferd Nanotechnologie ist die „Next Economy“

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Nach Ansicht von Analyst Rödiger wird die Nanotechnologie in fünf bis zehn Jahren die Chemieindustrie und ihre Abnehmerbranchen Medizin, Informationstechnologie, Optik und Konsum maßgeblich beeinflussen. "Die Nanotechnologie führt zu einer neuen Qualität von Innovationen", sagt er. Noch sei ihr Anteil am Geschäft der großen Unternehmen zu gering, um sich in deren Aktienkursen widerzuspiegeln, aber das werde sich mittelfristig ändern. Schon 2000 habe der Chemiekonzern Degussa rund 2,5 Milliarden Euro mit Produkten umgesetzt, die auf Nano-Bausteinen beruhten. In Zukunft würden Innovationsschübe infolge der Nanotechnologie dafür sorgen, dass Konzerne wie Degussa, BASF oder Henkel unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen würden.

Viele kleinere Nanotechnologie-Unternehmen erwirtschaften ihre Umsätze derzeit mit so genannten Nanopartikeln. In den USA hat etwa Nanophase Technologies, eines der wenigen börsennotierten Unternehmen der Branche, mit Nanoteilchen aus Zinkoxiden ein neues Sonnenschutzmittel vorgestellt.

In Deutschland ist unter anderem die Firma Nanogate aus Saarbrücken mit Produkten am Markt. Ihre nanotechnische Antihaft- Beschichtung schützt die Sanitärkeramik des Badezimmer-Ausstatters Duravit vor Schmutz. Und Kunden der Schweizer Optik können sich über kratzfeste Lupen und Kunststoffgläser freuen. "Insgesamt stecken rund 15 Millionen Euro Wagniskapital in Nanogate", sagt 3i-Direktor Brinkmann. 2001 hat Nanogate den Umsatz nach eigenen Angaben um 60 Prozent auf vier Millionen Euro gesteigert, bis 2004 wollen die Saarbrücker schwarze Zahlen schreiben.

Die Branche hat nach Erwartung von Fachleuten ein enormes Innovationspotenzial: "Die Nanotechnologie wird in den kommenden Jahren mehr auslösen, als die Biotechnologie und das Internet zusammen im vergangenen Jahrzehnt bewegt haben", sagt Capital-Stage- Experte Samsinger.

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