Der Bauch stimmt zu: Autos gehören in die Wildnis Offroad: Sandkasten-Spiele

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Wenn er nicht gerade auf professionellen Teststrecken wie dem Unimog-Areal in Gaggenau unterwegs ist, lenkt Quandt seinen Mitsubishi in einen stillen Waldweg oder eine alte Kiesgrube. "Fragen Sie den Besitzer. Das ist in der Regel kein Problem", sagt Quandt. "Außer wenn das Gebiet einem Großkonzern gehört." Weit draußen in den dünn besiedelten östlichen Bundesländern gebe es alte NVA-Truppenübungsplätze, wo Offroader ungestört im Schlamm buddeln dürfen, sagt Quandt. "Tief im Bayerischen Wald sind auch viele unterwegs. Da drückt der Förster durchaus mal ein Auge zu."

Der Blick über die Landesgrenzen lohnt ebenfalls: In Frankreich existieren ausgedehnte legale Offroad-Areale, bis zu acht Kilometer lange Strecken "quer den Berg hoch, mit Sand, Kies und Wasser", schwärmt Sven Quandt. In Holland und Belgien finden fast jedes Wochenende "Offroad-rijden" statt - der Staat öffnet dann seine Forste für eine kurze Zeit, damit Offroader endlich mal brettern können (www.terreinrijden.nl).

Geradezu paradiesisch geht es in Osteuropa zu: "Da wird das Offroad-Fahren lange nicht so restriktiv gehandhabt wie bei uns", sagt Sven Quandt. Die Grenze zwischen Straße und Feldweg ist in Polen, Tschechien und Ungarn sowieso oft fließend. Da verwandeln sich gewöhnliche Schotterwege ganz plötzlich in verkrustete Schlammbahnen. Normale Zufahrtsstraßen haben den Schwierigkeitsgrad einer Rallye-Prüfung. In Osteuropa gibt es einfach jeden Untergrund, sagt Offroad-Profi Quandt: "Kurz hinter Warschau öffnen sich richtige Dünenlandschaften. Das glaubt man zuerst gar nicht."

Für die Allradler ist solche Umgebung artgerecht, doch in Deutschland verdammt eine Flut von Vorschriften Touaregs, Land-Rover und Jeeps zur Asphaltdiät. Entweder man kennt da geheime Pfade wie Sven Quandt, oder man hat das Glück eines Karl-Matthäus Schmidt: Der Gründer des Online- Brokers Consors, heute Unternehmensberater in Nürnberg, probiert seinen Land-Rover im exklusiven Privatwald von Freunden aus. "Man muss vorsichtig sein", sagt Schmidt, "sonst richtet man ganz schön viel Schaden an."

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