Der Bauch stimmt zu: Autos gehören in die Wildnis Offroad: Sandkasten-Spiele

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Anderen Straßenmüden bleiben die 30 offiziell ausgewiesenen Offroad-Parks in Deutschland, in denen man sich gegen Gebühr festfährt. Die legalen, bewachten Areale hätten den Vorteil, so Unternehmensberater Schmidt, dass man gleich wieder rausgeholt wird, wenn man zum Beispiel in einem Matschloch abgesoffen ist. Seit er mal einsam im Wald auf einer Eisplatte 40 Meter rückwärts rutschte - zum Glück ohne Blessuren -, weiß er die Nähe von Profis zu schätzen.

Zum Beispiel die des deutschen Geländewagenmeisters Charlie Stiegelbauer, der im Offroad-Park Langenaltheim im Altmühltal 4x4-Piloten das Einmaleins der kontrollierten Rutschpartie vermittelt. "Da kommen viele, die sich zwar unbedingt einen Geländewagen kaufen mussten", sagt Stiegelbauer, "aber noch nie was vom Thema Untersetzung gehört haben."

Aus München, Regensburg und Ingolstadt rollen große Jungs mit ihren SUVs an: klimatisierten "Sports Utility Vehicles" wie Mercedes M, Porsche Cayenne und BMW X5. Mindestens die Hälfte seiner Klienten seien unerfahrene Besitzer von Luxus-Geländewagen, sagt Charlie Stiegelbauer. Er bringt ihnen bei, wie sie ihre Wagen gefahrlos ausreizen können. "Die sind oft überrascht, was man mit so einem Fahrzeug alles schafft - und das, ohne einen Kratzer reinzumachen."

Langenaltheim ist der Vorzeigepark der deutschen Allrad-Szene: Rund fünf Hektar mitten im Solnhofer Schieferabbaugebiet - mit extrem steilen Hängen, metertiefen Schlammlöchern und Felskanten. Hier müssen Hobby-Piloten ihren Autos schon grobe Reifen, eine ordentliche Differenzialsperre plus Seilwinde spendieren, um die ganz harten Stellen zu bewältigen.

Für Anfänger hat Stiegelbauer an allen Streckenabschnitten Passagen für "Drückeberger" eingebaut, auf denen diese lernen, die gröbsten Hindernisse fachmännisch zu umfahren.

Die organisierte Freiheit auf vier Rädern kostet im Schnitt 18 bis 30 Euro pro Tag, dafür sind in den offiziellen Offroad-Parks neben Erde und Wasser meistens noch Hochdruckreiniger, Wurstbuden und Toiletten im Preis mit drin.

Geländewagen-Coach Charlie Stiegelbauer ist auch extra zu buchen. Gerade geht ein Autohändler bei ihm in die Lehre: Mit seinem monströsen "Hummer"-Militärjeep rollt er zaghaft zur Streckenauffahrt. "Der wird demnächst in Ingolstadt importierte Hummer-Fahrzeuge verkaufen", erzählt Stiegelbauer. "Jetzt will er erst einmal lernen, wie er sie seinen Kunden richtig präsentieren kann."

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