Erfahrung aus Fehlern Nachfolger brauchen ihr eigenes Revier

Seite 2 von 3:

Mit der Einbeziehung des Sohnes ist der Wandel bei Codello nicht abgeschlossen. "Nach und nach werden die anderen Bereiche neu strukturiert und durch externe Persönlichkeiten, vor allem in der Verkaufsleitung und - falls erforderlich - auch im Design ergänzt", berichtet Michael Schnabl. "Denn wenn mein Vater aufhört, dann würde die Belastung auf mich übergehen. Das wäre dasselbe Spiel wie früher und würde uns nicht helfen. Deshalb suchen wir frühzeitig gute Leute."

Bis zum vollständigen Ausscheiden des Vaters in etwa vier Jahren muss der Design- und Kollektionsbereich umorganisiert werden. Hier ist Tochter Miriam gefragt. Sie hat bereits die jüngste Codello-Kollektion mitkreiert. Doch noch ist die 23-Jährige in der Ausbildung - auf einer Modeschule in München, wo sie nicht nur Design, sondern Marketing und BWL studiert. "Ich würde es begrüßen, dass ich ihr noch etwas zur Seite stehen kann, wenn sie die Kollektionsabteilung übernimmt", meint Heinz Schabl.

Mit seiner Marke bewegt sich Codello - verglichen mit Prada, Jil Sander oder Gucci - in der "gehobenen Mitte bis unterhalb des Designer-Levels". Daneben steht das Private-Label-Geschäft, die Herstellung von Eigenmarken (Umsatzanteil: 40 %) für Kunden wie Basler, Delmod, Strenesse, Smart und die Kaufhauskette Galeries Lafayette Paris/Berlin.

Codello ziehlt mehr als "Otto Kern"

Die Lizenz für das Label "Otto Kern", das heute zur Ahlers-Gruppe gehört, wurde dagegen zurückgegeben. "Otto Kern hat nicht die Zugkraft als Marke für Accessoires gehabt, um als "On Top Marke" für mehr Image oder Verkauf zu sorgen," erklärt Michael Schnabl. "Wir stellten fest, dass die Marke Codello mehr zog."

Hersteller von hochpreisigen Marken wie Hugo Boss, die mit ihrer Zugkraft für Codello attraktiv wären, haben viele Lizenzen für Accessoires zurückgenommen. Diese Zurückhaltung kann Michael Schnabl sogar verstehen. Markenhersteller und Lizenznehmer haben unterschiedliche Interessen. Während die Hersteller von Edelmarken durch Accessoires das Sortiment abrunden wollen, will der Lizenznehmer alle Wege nutzen, um viel abzusetzen, erklärt Schnabl Junior den Interessenskonflikt.

Doch auch ohne Lizenz für eine Edelmarke sieht Codello noch Potenzial und erwartet in den nächsten Jahren ein Wachstum von 30 bis 35 %. Dabei wird der Hersteller von der aktuellen Mode unterstützt. Gürtel seien wichtige Bestandteile der Mode, bestätigt Margit Jandali, Geschäftsführerin der Düsseldorfer Modemedia GmbH. Und im Zuge des 50er- und 60er-Jahre-Feelings, das total angesagt sei, spielten Tücher eine große Rolle.

Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote