Fernsehen 2.0 Internet-TV made in Germany

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Trotz zunehmender Akzeptanz der Zuschauer stellen sich vor allem Video-Portale nach wie vor die Frage: Wie lässt sich Geld verdienen?

Youtube schaffte im vergangenen Jahr trotz Reichweitenrekord laut Angaben der Konzernmutter Google gerade mal einen Umsatz von mageren zehn Millionen Dollar. Die deutschen Anbieter sind selbstbewusst genug, sich gegenüber der scheinbar übermächtigen Konkurrenz aus Übersee durch Themenschärfe und eigenständige Erlösmodelle zu definieren.

MyVideo, mit derzeit über drei Millionen täglichen Besuchern die Nummer eins am Platze, versucht mit Community-Funktionen und speziell entwickelten Inhalten die Nutzerbindung zu erhöhen. Das Geschäftsmodell des Portals, das seit Oktober 2006 zu 30 Prozent der Pro-Sieben-Sat1-Gruppe gehört, basiert auf drei Einnahmequellen: Zunächst setzt man auf klassisches Onlinemarketing, der Verkauf von Anzeigenplatz. Zudem möchte man bei MyVideo den Bereich Videowerbung auf Konkurrenzportale ausweiten, mit der Vision "der Vermarkter für Videospots im Internet zu werden". Als dritte Einnahmequelle soll in Zukunft "Branded Content on Demand" angeboten werden.

Clipfish.de war eine der ersten Video-Plattformen, die den enormen Erfolg von Youtube in Deutschland nachvollziehen wollten. Auf Clipfish lief Deutschlands erster online Wettbewerb, bei dem Nutzer Videos hochladen konnten. Als Preis wurden die Sieger u.a. in einem RTL Format im Fernsehen präsentiert. Sony Pictures Television hatte damals das Konzept für Clipfish erfunden und produziert. Clipfish spielt mittlerweile bis zu 6,5 Millionen Videos pro Tag ab.

Konkurrenzportal Sevenload hingegen tendiert stärker zum vielversprechenden "Content-Hub" nach dem amerikanischen Brightcove - und Dave.tv-Modell: Jeder Content-Lieferant kann sich auf seiner eigenen Microsite präsentieren, Videos und Inhalte jeder Art zur Verfügung stellen und so an seiner eigenen Community bauen - egal ob Automobilhersteller, Sportartikelfirma oder Hobby-Filmer.

Der Erfolg gibt Recht: Drei Millionen Videominuten serviert das Portal am Tag, 87 000 Mitglieder sind in der Community aktiv und im März ist mit Burda Digital Ventures ein vielversprechender Partner bei den Kölnern eingestiegen. Laut Ibrahim Evsan, Gründer und CTO des Unternehmens, verfügt Sevenload zudem neben klassischen B2C Werbemodellen auch über B2B-Erlösmodelle mit White Label-Unternehmenslösungen. Die Einbeziehung von Nutzern bei Erlösmodellen steht bereits in Aussicht, ein System das in den USA letztes Jahr bei Revver, einem erfolgreichen Video-Sharing Portal, Furore machte und enorm zu seiner Popularität beitrug.

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