Flatrate macht AOL-Netz zu schaffen

Am späten Dienstag Nachmittag sorgte ein Gerücht aus dem Hause AOL für Aufregung. Bis auf weiteres nimmt der Online-Dienst keine Neukunden für die Analog- und ISDN-Flatrate mehr an.
  • Thomas Nonnast (Redakteur im Ressort Unternehmen+Märkte beim Handelsblatt)

Für eine Pauschale von 78 Mark monatlich hat AOL bislang Internetnutzern die Möglichkeit der zeitlich unbefristeten Internet-Nutzung angeboten. Vor wenigen Wochen hatte Konkurrent T-Online ein entsprechenden Pauschal-Tarif mit der Begründung vom Markt genommen, dass die überdurchschnittlich starke Internet-Nutzung der Flatrate-Kunden bei der Telekom-Tochter zu großen Einbußen geführt habe.

Sollte der jetzt angekündigte Neukunden-Stop der Auftakt zu einem Flatrate-Ausstieg auf Raten sein, könnte das für AOL peinlich werden. Schließlich gehörte die deutsche Tochter des weltgrößten Online-Dienstes bisher zu den größten Verfechtern des Internetzugangs ohne zeitlich Begrenzung. Doch AOL-Deutschland Sprecher Jens Nordlohne gibt Entwarnung. "Der Grund für den Aufnahmestop sind befürchtete Kapazitätsprobleme im AOL-Netz." Die Einstellung der Flatrate durch T-Online habe AOL so viele neue Flatrate-Kunden in die Arme getrieben, dass Engpässe drohen. "Wir werden deshalb in den nächsten Monaten massiv in den Ausbau der Kapazitäten investieren", sagt Nordlohne. Danach werden wieder neue Flatrate-Kunden bei AOL angenommen. Für Kunden, die bereits einen Flatrate-Vertrag mit AOL haben, soll sich ohnehin nichts ändern. Die AOL-Flatrate wird definitiv im Markt bleiben", versichert Nordlohne. Damit steht der Online-Dienst bei seinen Flatrate-Kunden in der Pflicht.

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