Formel-1-Banken können noch vor der Deutschen Bank zugreifen Gerangel um Springer-Aktien geht in neue Runde

Nach der Commerzbank will sich nun die Deutsche Bank am Verkauf der Springer-Aktien der maroden Kirch-Gruppe versuchen. Allerdings muss das Frankfurter Institut zunächst die Entscheidung der drei so genannten Formel-1-Banken abwarten. Bayerische Landesbank, JP Morgan Chase und Lehman Brothers können sich ein Vorgriffsrecht auf den Anteil von gut 40 % an Europas größtem Verlagshaus sichern.

HB FRANKFURT/M. Am vergangenen Freitag musste die Commerzbank überraschend ihr Mandat für die Verwertung des Pakets zurückgeben. Der Verkaufsplan von Bankchef Klaus-Peter Müller war in letzter Sekunde am Widerstand des Springer-Verlags gescheitert.

Jetzt will die Deutsche Bank den Verkauf der Verlagsanteile übernehmen. Das Institut besitzt als Sicherheit für einen Kredit über 720 Mill. Euro ein erstrangiges Pfandrecht an Kirchs Springer-Paket. Bayerische Landesbank, JP Morgan und Lehman besitzen zwar nur ein zweitrangiges Pfandrecht, das als Sicherheit für Darlehen dient, die das Bankentrio an Kirch für den Kauf der Rennserie Formel 1 vergeben hat. Allerdings verfügen die drei Institute zusätzlich über eine so genannte Call-Option gegenüber der Deutschen Bank. Die Option berechtigt die drei Institute, das Springer-Paket selbst zu übernehmen, vorausgesetzt, sie bezahlen der Deutschen Bank ihren 720-Millionen-Kredit zurück. Derzeit verhandeln die Formel-1-Banken über ihre Strategie im Fall Springer-Kirch.

Der Hamburger Verlag selbst setzt auf einen Verkauf durch die Deutsche Bank. "Es besteht Einigkeit mit der Deutschen Bank über eine Lösung für das Paket", sagte eine Springer-Sprecherin.

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