Formel 1 Der Nachwuchs kauft sich Arbeitsplätze

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Eines ist allerdings sicher: Von den drei Neulingen, die 2004 mit viel Geld einen Formel-1-Platz erhielten, ist Klien derjenige mit den besten Perspektiven. Die beiden Italiener Giorgio Pantano und Gianmaria Bruni bei Jordan und Minardi dürften kaum mit sensationellen Leistungen auffallen. Aber auch für sie sollen fünf bis sechs Millionen Euro bezahlt worden sein, um sie ins Cockpit zu bringen.

Wenn Klien tatsächlich Erfolg hat, würde sich eine kleine Zahlenreihe fortsetzen. Denn alle zehn Jahre scheinen große Namen in die Formel 1 zu kommen: 1984 debütierten zum Beispiel Gerhard Berger, Stefan Bellof und Ayrton Senna, Kliens großes Idol, seit er ihn 1992 als Neunjähriger im Fahrerlager von Hockenheim traf. 1994 begannen Heinz-Harald Frentzen, David Coulthard und Olivier Panis. Und was das "Einkaufen" angeht: Ganz ohne ein derartiges Eintrittsgeld kam ja auch Michael Schumacher 1991 bei Jordan nicht zu seinem ersten Grand-Prix-Einsatz. Zwischen 200 000 und 300 000 Mark sollen damals von Mercedes und einigen Privatpersonen bezahlt worden sein.

Nun fährt Christian Klien in der Formel 1. Bei den Testfahrten für Jaguar zeigte er sich reif und abgeklärt. Wenn er auch im Wettkampf so gut fährt, könnte das Gerede über seinen erkauften Weg in die Formel 1 bald ein Ende finden. Vater Johannes, ein Architekt, der die Karriere seines Sohnes unterstützt und inzwischen auch sein Manager ist, hat keinerlei Zweifel: "Der Christian ist stabil genug, der schafft das." Und dann, so hofft er, werden auch alle Kritiker überzeugt sein, dass der Sohn zurecht im Cockpit sitzt.

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