Gegen Zinserhöhung durch EZB Führungskräfte erwarten Erholung des Euro

Eine klare Mehrheit von 80 Prozent der deutschen Top-Manager erwartet eine Kurs-Erholung des Euro im Laufe des nächsten Jahres. Dies ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors.

HB Eine klare Mehrheit der deutschen Top-Manager erwartet eine Kurs-Erholung des Euro im Laufe des nächsten Jahres. Vier von fünf Führungskräften der deutschen Wirtschaft (80 %) sind dieser Meinung, ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe). Von denjenigen, die eine höhere Bewertung des Euro im Verlauf des nächsten Jahres erwarten, vermuten gut zwei Drittel (68 %), der Kurs werde sich 0,90 und 1,00 $ einpegeln. Von einem Kurs zwischen 85 und 90 Cent - und damit letztlich von einem Verbleiben in der derzeit erreichten Bandbreite - geht gut ein Viertel (27 %) der Führungskräfte aus, die einen günstigeren Euro-Kurs prognostizieren. Eine Bewertung über der Parität, also über 1,00 Dollar erwarten nur wenige (3 %).

Klar wenden sich die Top-Manager gegen Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Vier von fünf Führungskräften (80 %) raten, derartiges zu unterlassen. Nur jeder Sechste (17 %) befürwortet Zinserhöhungen. Mit 85 % führt die weit überwiegende Mehrheit der Gegner höherer Leitzinsen als Begründung für ihre Ansicht ins Feld, die derzeitige wirtschaftliche Aufschwungphase könne gefährdet werden. Zudem geht knapp jeder fünfte Topmanager (18 %) davon aus, der Inflationsdruck werde nachlassen, so dass sich aus dieser Sicht eine Zinserhöhung erübrige.

Unter den Top-Managern, die der Europäischen Zentralbank eine Steigerung der Leitzinsen empfehlen, begründen dies 57 % mit der Zunahme inflationärer Tendenzen. 43 % sind der Ansicht, der Aufschwung sei so robust, dass er Zinserhöhungen durchaus verkraften könne.

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im November wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 811 Führungskräfte in der Zeit vom 30. Oktober bis 10. November 2000 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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