Goldanlagen Hinter Schloss und Riegel

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Besser ist der Insolvenzschutz bei börsennotierten Goldfonds (Gold-ETFs) wie zum Beispiel dem ZKB Gold ETF der Zürcher Kantonalbank oder dem Streettrack Gold Trust. Sie gelten als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen des Finanzinstituts verwahrt. Doch diese Produkte weisen andere Nachteile auf. So wird der ZKB Gold ETF nur in der Schweiz gehandelt. Der amerikanische Streettrack Gold Trust notiert zwar auch an deutschen Börsen, doch ist seine Liquidität hierzulande nicht besonders gut, das bedeutet, er weist eine hohe Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs auf.

Anders sieht es bei einer neuen Anlage aus, die den Goldkauf für Privatanleger deutlich erleichtern wird. Beim sogenannten Xetra-Gold stellt die Deutsche Bank als Market Maker in den Zeiten von 9.00 bis 17.30 Uhr gewöhnlich sehr viel engere Spreads. Üblich sind ungefähr 0,1 Prozent. Auch ist die Liquidität besser. Selbst größere Mengen sind unter normalen Marktumständen handelbar. Auch der Handel mit kleinen Mengen ist möglich. "Ein Anteil Xetra-Gold entspricht einem Gramm Gold", erläutert Martina Gruber, Geschäftsführerin der Deutschen Börse Commodities GmbH, die das neue Produkt auf den Markt gebracht hat. "Das entspricht derzeit ungefähr einem Wert von 20 Euro."

Allerdings ist der Kauf von nur einem Anteil wirtschaftlich nicht sinnvoll, weil die Banken für die Order die üblichen Wertpapiergebühren berechnen und die meisten Institute dabei eine Mindestgebühr erheben. Die feine Stückelung erleichtert jedoch den Kauf der gewünschten Menge. Dagegen repräsentiert zum Beispiel ein Anteil am ZKB Gold ETF ungefähr ein Kilogramm Gold. Aktueller Wert: rund 20 000 Euro. Zwar ist Xetra-Gold rechtlich betrachtet eine Anleihe der Deutschen Börse Commodities GmbH. Im Gegensatz zu Zertifikaten ist sie jedoch mit physischem Gold hinterlegt. Dieses wird zum größten Teil in den Tresoren der Clearstream Banking AG in Frankfurt/Main verwahrt. Ein kleinerer Teil entfällt auf Buchgoldansprüche gegenüber einer Tochtergesellschaft der Umicore S.A., die unter anderem in der Goldverarbeitung tätig ist.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Ausgestaltung der Anleihebedingungen. Die Anleger besitzen beim Xetra-Gold einen umfassenden Lieferanspruch auf das Gold. Sie können sich daher das Edelmetall jederzeit zu einer beliebigen in- oder ausländischen Bank transferieren lassen, die bereit ist, das Gold für den Anleger anzunehmen und zu verwahren. Auch wenn damit Kosten verbunden sind, ist die Lieferoption deutlich besser ausgestaltet als beim ähnlich konstruierten Lyxor Gold Bullion. Dort ist nur eine Lieferung in ein Depot bei Londoner Goldbarrenhändlern vorgesehen.

Der Lieferanspruch beim Xetra-Gold führt zu einer steuerlich interessanten Situation: Nach der im Prospekt vertretenen Rechtsauffassung würde Xetra-Gold nicht unter die Abgeltungsteuer fallen. Damit wäre der Wertzuwachs der Anlage bei einem Kauf ab dem kommenden Jahr steuerfrei, wenn sie ein Jahr und einen Tag im Depot lag. Die pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer müssten die Anleger dann genauso wie beim Kauf von Goldbarren und Goldmünzen nicht zahlen - vorausgesetzt, die Finanzverwaltung teilt diese Einschätzung.

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