Goldanlagen Hinter Schloss und Riegel

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Einen kleinen Haken gibt es aber auch bei der neuen Goldanlage: Sie rechnet den Dollar Preis des Edelmetalls zwar in Euro um, sichert das Währungsrisiko jedoch nicht ab. Das ist nicht optimal. "Derzeit ist eine starke Abhängigkeit des Goldpreises vom Dollar-Kurs zu beobachten", berichtet Leonard Matei vom Kölner Vermögensverwalter Portfolio Concept. "Daher empfiehlt sich eine Währungsabsicherung der Goldanlage." Sonst kann eine Schwäche des Greenbacks einen Teil der Goldgewinne kosten. Grundsätzlich lässt sich das Wechselkursrisiko auch separat absichern. Doch das ist umständlich und daher für viele Privatanleger zu aufwendig. Wer jedoch auf die Währungssicherung großen Wert legt und bereit ist, ein Kreditrisiko zu tragen, kann zu einem Gold-Zertifikat mit integrierter Währungssicherung - sogenannten Quanto-Papieren greifen.

Diese sogenannten Quanto-Papiere berechnen für Währungssicherung allerdings eine gesonderte Gebühr. Bei endlos laufenden Zertifikaten ziehen die Emittenten diese zum Teil erheblichen Kosten von der Wertentwicklung ab. Nur selten weisen die Institute die aktuellen Sätze offen aus. Die beträchtlichen Unterschiede bei den Quanto-Gebühren sind dann erst im Nachhinein an der besseren oder schlechteren Wertentwicklung zu erkennen. Zu den transparenteren Anbietern gehört ABN Amro. Das Unternehmen nennt die aktuelle Quanto-Gebühr, die sich täglich ändern kann, auf seiner Internetseite. Aktuell beträgt sie für das ABN Amro Gold Quanto Open End Zertifikat ein Prozent pro Jahr, weil die US-Zinsen vergleichsweise niedrig sind. Die Renditedifferenz von Dollar- zu Euro-Anleihen wirkt sich stark auf die Kosten einer Wechselkurssicherung aus. Das heißt: Verglichen mit den letzten Jahren, ist die Wechselkurssicherung eines Engagements im US-Dollar-Raum eher günstig. Das ABN-Amro-Papier kommt über ein Jahr mit einem Plus von36,7 Prozent auch auf die beste Wertentwicklung vergleichbarer Zertifikate. Weist ein Emittent die Absicherungsgebühren eines "versicherten" Zertifikats nicht offen aus, hilft eine direkte Anfrage bei der Bank oder dem Emittenten selbst nach der Höhe der Kosten.

Wenigstens eine fallweise Währungssicherung bietet ein besonderer Investmentfonds. Der DWS Gold Plus (siehe Tabelle) investiert knapp die Hälfte seines Vermögens in sogenannte Edelmetallkonten. Fondsmanager Pierre Martin mischt aber zum Beispiel auch Silber und Platin bei. Über Derivate erreicht er zudem, dass de facto fast das gesamte Fondsvermögen - ähnlich einem Indexfonds - der tatsächlichen Wertentwicklung der Edelmetalle folgt. Der Fonds ist daher eine attraktive Alternative für Anleger, die ein Goldzertifikat wegen des Kreditrisikos meiden wollen.

Gleich, welche Goldanlage ins Depot wandert - angesichts der inzwischen recht hohen Notierung kann es auch künftig zu heftigen Korrekturen wie vor knapp zwei Jahren kommen: Am 12. Mai 2006 erreichte der Goldpreis die Marke von 725 US-Dollar. In den nächsten sechs Wochen fiel er um fast ein Fünftel auf 570 US-Dollar. In Euro gerechnet, verlor er immer noch knapp 20 Prozent. Ein Ersatz für das Sparbuch sind die Goldanlagen deshalb nicht, wohl aber eine Ergänzung als Schutz vor Inflation und globalen Krisen.

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