Hintergrund D&O Versicherung: Was man beim Abschluss beachten muss

Wurde früher ein Manager nach Fehlern nur gefeuert, bittet ihn sein Unternehmen heute persönlich zur Kasse. Einerseits. Andererseits ist die Klagefreudigkeit von Konsumenten und Aktionären gestiegen. Dieses Haftungsrisiko deckt die D&O-Versicherung ab. Aus den USA - dem Mutterland der Directors &Offices-Versicherungen - kamen die ersten Versicherer Mitte der 90-er Jahre auf den hiesigen Markt. Deutsche zogen nach.
  • Claudia Tödtmann (Handelsblatt)
Hauptversammlung: Die Aktionäre schauen heute genauer hin. Foto: dpa

Hauptversammlung: Die Aktionäre schauen heute genauer hin. Foto: dpa

Die Besonderheit dieser Managerhaftpflichtversicherung: Nicht der Versicherte selbst schließt sie ab, sondern sein Unternehmen für seine Position - egal wer sie gerade bekleidet. Die Folge: Kaum ein Manager kennt die Police. Kaum einer weiß, welche Risiken bei ihm nicht mitversichert sind. Kaum einer weiß, ob - und wenn ja, in welcher Höhe - eine Selbstbeteiligung auf ihn zukommt. Zudem verschlechtern die Versicherer die Bedingungen laufend.

Die Versicherung tritt nicht für vorsätzlich verursachte Schäden ein und nicht, wenn eine Straftat vorliegen könnte. Hinzukommt: Seit der Arag-Entscheidung des Bundesgerichtshofs steht fest, dass Aufsichtsräte verpflichtet sind, mögliche Schadensersatzansprüche gegen den Vorstand nachzugehen - wenn sie nicht selbst für den Schaden zahlen wollen.



Jurist und D&O-Experte Michael Hendricks, Chef der gleichnamigen Beratungsgesellschaft in Düsseldorf, rät Unternehmen beim Abschluss von Managerversicherungen auf diese Punkte besonders zu achten:

  • Nachmeldefristen für Schäden nach Vertragsablauf auf drei Jahre festlegen. Sie müssen erhalten bleiben, wenn der Versicherer wechselt.
  • Wissentliches Handeln: Der Versicherer soll den Schutz nicht wegen wissentlicher Pflichtverletzung des Managers verweigern dürfen.
  • Vorsatz: Wirft der Versicherer dem Manager Vorsatz vor, muss der Abwehrschutz erhalten bleiben.
  • Vergangenheit: Die Deckung muss auch für die Vergangenheit gelten und darf nur vorsätzliche Pflichtverletzungen ausschließen, die bei Vertragsabschluss bekannt waren.
  • Vermögensschaden: Die Definition des versicherten Vermögensschadens muss auch Schäden im Zusammenhang mit Personen- und Sachschäden umfassen.
  • Beschränkung: Die Versicherung darf sich nicht nur auf typische Vorstandstätigkeiten beschränken.
  • Anpassen: Die Versicherung muss sich immer automatisch der jeweiligen gesellschaftsrechtlichen Struktur anpassen.
  • Anzeigepflicht: Das Unternehmen sollte so wenig wie möglich Anzeigepflichten vor und während der Vertragslaufzeit haben.
  • Verantwortung: Eine Verletzung des Versicherungsvertrags darf nur demjenigen angelastet werden, der dieses Verhalten zu verantworten hat.
  • Kappen: Der D&O-Vertrag muss sicherstellen, dass ein neuer Vorstand nicht nachträglich die Rechte seines Vorgängers kappen kann.
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