Hintergrund Zwölf Bundesminister schieden nach Affären vorzeitig aus

dpa BERLIN/HAMBURG. Seit Bestehen der Bundesrepublik sind etwa 80 Mal Bundesminister aus den unterschiedlichsten, auch privaten Gründen aus dem Amt geschieden. In zwölf Fällen waren die Rücktritte die Konsequenz aus vorangegangenen Affären:
1960: Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer (CDU) nach Vorwürfen wegen seiner NS-Vergangenheit
1962: Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) im Gefolge der "Spiegel"-Affäre
1964: Vertriebenenminister Hans Krüger (CDU) nach Angriffen auf seine Tätigkeit in der NS-Zeit bei einem Sondergericht in Westpreußen
1978: Bundesverteidigungsminister Georg Leber (SPD) wegen einer Abhöraktion des Militärischen Abschirmdienstes
1978: Bundesinnenminister Werner Maihofer (FDP) nach Fahndungspannen im Entführungsfall Schleyer und nach Kritik an Bundesgrenzschutzpraktiken
1984: Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff (FDP) im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre
1990: Der Minister für besondere Aufgaben Lothar de Maiziere (CDU) nach Vorwürfen der Stasi-Mitarbeit
1992: Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg (CDU) nach Vorwürfen illegaler Panzerlieferungen an die Türkei
1992: Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt (CSU) wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen und nach Spionagevorwürfen gegen einen engen Mitarbeiter
1993: Wirtschaftsminister Jürgen Möllemann (FDP) nach der Werbebrief- Affäre zu Gunsten der Firma eines Bekannten
1993: Verkehrsminister Günther Krause (CDU) nach der Verwicklung in mehrere Affären wie zuletzt um die Rechtmäßigkeit einer staatlichen Umzugs-Kostenerstattung.
2000: Verkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD), nachdem das Amtsgericht Trier einen Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue gegen ihn verhängt hat. Klimmt legt Widerspruch ein, so dass ihn ein öffentliches Gerichtsverfahren erwartet.

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