Hitzfeld trotzig: „Die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden.“ Aufreizend lässig und sträflich nachlässig

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Die Strafe folgte Sekunden vor dem Halbzeitpfiff: Ein Foulelfmeter, den Hoeneß im ersten Zorn als den "lächerlichsten, den ich je erlebt habe" bezeichnete. Da hatte der Manager offenbar noch nicht die Fernsehbilder des Kung-Fu-Tritts von Lizarazu gegen Chris gesehen. Die erste Frankfurter Torchance führte nicht nur zum Ausgleich, sondern auch zu einer psychologischen und damit zur höchst erstaunlichen Wende. Die Mutlosen wurden mutig, die Überheblichen ließen "mentale Stärke" (Oliver Kahn) vermissen.

Ervin Skela trat zur Mutprobe an, obwohl er zum Abschluss der Hinrunde in letzter Minute einen Elfmeter zum möglichen 3:3 gegen den Hamburger SV vergeben hatte. Der Albaner schoss "zum richtigen Zeitpunkt" den Ausgleich, wie Willi Reimann die Wirkung richtig einschätzen sollte. Während der Frankfurter Trainer in der Pause seine Spieler aufbauen konnte und ihnen mitgeteilt hatte: "Dieses Spiel verlieren wir nicht mehr", musste Oliver Kahn ein paar Meter weiter feststellen: "Da hatten wir wieder ein bisschen Probleme, das wegzustecken." Das Tor habe die Mannschaft aus dem Rhythmus gebracht.

Abends im ZDF-Sportstudio brachte Kahn das "Stichwort mentale Stärke" ins Gespräch mit Moderator Michael Steinbrecher. Die Bayern hätten sich sagen müssen: "Okay, die haben jetzt zwar das Tor gemacht, aber wir sind stark genug, auch in der zweiten Halbzeit Gas zu geben. Wir haben aber nicht mehr so überzeugend gespielt wie vor der Pause. Also hat uns dieses 1:1 doch wieder beeindruckt. Das darf nicht passieren."

Nun hatte der Torwart in der Winterpause Gedanken über die Verpflichtung eines "Mental-Coaches" geäußert und fand sich durch den Frankfurter Pausenschock offenbar bestätigt: "Es gehört zur Professionalität eines Sportlers, sich auch über diese Bereiche Gedanken zu machen."

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