Hitzfeld verordnete „Kasernierung“ im Trainingslager am Tegernsee Bayern zum Siegen verdammt

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Derweil schöpft die noch immer um zwölf Spieler dezimierte Rumpfelf der Dortmunder aus dem neuerlichen Kraftakt im Uefa-Pokal gegen Sochaux - der BVB machte aus einem 0:2 noch ein 2:2 - Hoffnungen für das Bundesliga-Schlagerspiel. Die Unerfahrenheit junger Spieler wie Sahr Senesie, Salvatore Gambino und David Odonkor, auf die BVB-Trainer Matthias Sammer auch im Duell mit dem angeschlagenen Tabellennachbarn zurückgreifen muss, sieht Manager Michael Meier eher als Vorteil: "Wir haben nichts zu verlieren. Schließlich fahren wir diesmal als Außenseiter nach München."

Viel wird am Sonntag davon abhängen, wie sich die Borussia in den ersten Minuten schlägt. Wie schon in den vergangenen Spielen gegen Bochum, Mönchengladbach und Hamburg lag sie auch gegen Sochaux bereits nach dem ersten Torschuss des Gegners in Rückstand. "Das macht dich wahnsinnig", beklagte Trainer Sammer den Fluch der frühen Gegentore. Doch die haben weniger mit Schicksal als vielmehr mit den unübersehbaren Problemen in der Defensive zu tun. Angefangen bei Roman Weidenfeller, der beim 0:1 von Santos einmal mehr eine schlechte Figur machte, bis hin zu den Noteinkäufen Andre Bergdölmo und Niclas Jensen, deren Zweikampfstärke höheren Ansprüchen nicht genügt.

Auf die wachsende Kritik der Zuschauer an diesen Spielern reagierte Sammer dennoch extrem dünnhäutig: "In unserer derzeitigen Situation hängt ohnehin alles am seidenen Faden. Da ist es tödlich, wenn ein junger Torwart mit Häme überschüttet wird." Im selben Atemzug nahm der Coach auch den norwegischen Nationalspieler Bergdölmo in Schutz: "Der lässt sich seit Wochen fitspritzen - im Interesse des Vereins."

Bei allen Unzulänglichkeiten bescheinigte er seinen Profis "ehrliche Arbeit". Und die soll auch bei den Bayern die prekäre Personalnot vergessen machen. "Von der physischen Seite ist das eine unglaublich intakte Mannschaft", sagte Sammer voller Hoffnung auf einen überraschenden Coup seiner B-Elf gegen die scheinbare Übermacht im Olympiastadion.

Es könnte der vorerst letzte mit einer Notelf gewesen sein. Bis zum kommenden Heimspiel gegen Bayer Leverkusen scheint sich die Lage merklich zu entspannen. Tomas Rosicky und Flavio Conceicao arbeiten im Training an ihrem Comeback. Guy Demel, Ahmed Madouni und Leandro kehren in den kommenden Tagen ins Training zurück. Die nahende Rückkehr einiger Profis bestärkt die Borussen in ihrem Glauben, die beachtliche Erfolgsserie des FC Sochaux beenden zu können: Denn der zweimalige französische Meister ist seit nunmehr 29 Heimspielen unbesiegt.

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