Interview mit Yoga-Lehrer Patrick Broome Yoga für Jogis Jungs

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Es ist Ihnen ja gelungen, in Deutschland relativ schnell bekannt zu werden und in den einschlägigen Lifestyle-Magazinen aufzutauchen. Dabei hat es Ihnen sicherlich geholfen, dass eine ganze Reihe Redakteurinnen Münchener Mode- und Lifestyle-Magazine Ihre Schülerinnen sind. War das eine clevere PR-Strategie?

Es war ja nicht so, dass wir gezielt Redakteurinnen angesprochen und zu uns eingeladen haben. Vielmehr scheint es uns gelungen zu sein, eine Atmosphäre in unserem Center zu schaffen, dass verstärkt eine solche Klientel angezogen hat. Gerade für Menschen, die sich vielleicht vorher in anderen Yogazentren oder Fitness-Studios nicht so heimisch gefühlt haben, konnten wir die Hemmschwelle eine Yogaschule zu betreten deutlich herunter setzen. Sobald sie dann die ersten positiven Erfahrungen mit Yoga erlebt hatten, wollten sie wohl einfach mehr davon. Und wie wir alle wissen berichten und schreiben Menschen sehr gerne über etwas, das ihnen gut tut.
Sie lehren Jivamukti Yoga, der derzeit in New York trendigsten Yoga-Richtung. Nun klingt das sehr indisch, in Wahrheit wurde Jivamukti-Yoga jedoch erst in den späten 80er Jahren von der US-amerikanischen Tänzerin Sharon Gannon und dem Künstler David Life kreiert.
Was machen Sie mit dem Spiritueller Supermarkt-Vorwurf, also dass sich hier zwei geschäftstüchtige Westler bei verschiedenen Yoga-Stilen bedient haben, und dann einigen trendy people in New York ein markttaugliches "Produkt" präsentiert haben: Die klassischen Yoga-Stellung in fließender Abfolge, damit das Ganze für Westler genug Dynamik hat, und am Ende ein bisschen Om-Singen als spirituelle Sauce etc.
Die Mehrzahl, der derzeit im Westen praktizierten Yogastile haben ihren Ursprung in diesem Jahrhundert und lassen sich auf das Wirken eines großen Yogi namens Krishnamacharya zurückführen. Auch meine Lehrer haben sehr lange von einem seiner Schüler, Sri K. Pattabhi Jois, gelernt. Auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen haben sie dann mit seinem Einverständnis eine Methode begründet, die ihrer Meinung nach dem westlichen Bedürfnis nach spiritueller Sinnsuche und körperlicher Betätigung am besten entspricht. Dass sie dafür einen integralen Weg gewählt haben, der neben dynamischen Körperhaltungen auch das Selbst- und Schriftenstudium, das Rezitieren von Mantren, die Meditation und einen gewaltfreien Lebensstil beinhaltet, finde ich großartig. Dieses System hat mich persönlich überzeugt und ich sehe tagtäglich, wie es das Leben unserer Schüler positiv transformiert.

Glauben wir einmal, dass Jivamukti Yoga mehr ist als ein Label, damit das Ganze schön indisch klingt. Jivamukti bedeutet ja auf Sanskrit "Befreiung der Seele", man könnte es also auch als Leistungsversprechen betrachten. Führt Ihr Yoga tatsächlich zu einem solchen Zustand?

Yoga bedeutet Freiheit und zwar Freiheit von mentalen Bedrängnissen. Jeder hat doch gelegentlich die Sehnsucht, sich aus der Gefangenschaft des eigenen mentalen Karussells zu befreien. Der Yogapfad will menschliches Wachstum fördern und helfen das tägliche Leiden zu mindern. Und hierfür bietet jede Form der Yogapraxis wundervolle Instrumente.

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