Investitionen in die Zukunft statt Ausverkauf Klose-Wechsel nach Bremen perfekt

Das Ringen um Nationalstürmer Miroslav Klose ist beendet. Tabellenführer Werder Bremen hat sich die Dienste des 25-jährigen Torjägers ab der kommenden Saison gesichert und ist dafür in ganz neue finanzielle Dimensionen vorgedrungen.
bald im Werder-Dress: Miroslav Klose Foto: dpa

bald im Werder-Dress: Miroslav Klose Foto: dpa

HB BREMEN. Werder hat damit den dritten neuen Spieler für die kommende Saison verpflichtet. Mit dem Nationalspieler vom 1. FC Kaiserslautern ist der Bundesligist in bisher kaum für möglich gehaltene finanzielle Dimensionen vorgestoßen. Der Vier-Jahres-Vertrag für den 25 Jahre alten Fußball-Profis ohne Ausstiegsklausel soll den Tabellenführer insgesamt geschätzte 20 Mill. ? kosten.

Sportlich haben die Bremer damit den Verlust von Torjäger Ailton, der ablösefrei zum Liga-Konkurrenten FC Schalke 04 wechselt, aufgefangen. "Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, den Nationalstürmer an uns zu binden. Er passt in seiner ganzen Art hervorragend zu Werder", kommentierte Sportdirektor Klaus Allofs am Dienstag den von ihm eingefädelten Transfer.

Zuvor hatte Werder bereits die Verpflichtungen der Defensivspieler Gustavo Nery (FC Sao Paulo) und Frank Fahrenhorst (VfL Bochum) perfekt gemacht. Bis vor kurzem fürchteten viele Werder-Fans noch den Ausverkauf der erfolgreichen Mannschaft, da neben Ailton auch Mladen Krstajic zu Schalke wechselt und Krisztian Lisztes Werders Vertragsangebot abgelehnt hatte.

Bis zuletzt wurde bei der spektakulären Klose-Verpflichtung um Einzelheiten des Kontrakts gerungen. Die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Mill. ? machte den Werder-Verantwortlichen weniger Kopfzerbrechen. Schwieriger waren nach Informationen der "Kreiszeitung Syke" (Dienstag-Ausgabe) die Verhandlungen um das Gehalt (geschätzt 2,5 Mill. ?), der Schuhvertrag des Stürmers, das Beraterhonorar und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

"Ich wollte international spielen", sagte Klose: "Wichtig war mir deshalb ein Verein, der zu mir passt. Werder erfüllt dabei alle Bedingungen." Der Nationalspieler fügte hinzu: "Ich treffe in Bremen ein ruhiges Umfeld an. Dazu eine Mannschaft, die Offensiv-Fußball spielt." Klose lehnte Angebote anderer Vereine wie FC Fulham, Celta Vigo und FC Porto ab.

Die früher in finanziellen Angelegenheiten sehr zurückhaltend operierende Werder-Geschäftsführung sieht das Risiko bei diesem Transfer durch Einnahmen aus dem DFB-Pokal-Wettbewerb und die Aussicht auf die Champions-League-Mill. verkleinert. "Wir haben verschiedene Finanzierungskonzepte ausgearbeitet, die wir bei diesem Transfer anwenden können", sagte Werders Geschäftsführer Jürgen L. Born, der als ehemaliger Banker auch die Aufnahme eines Kredits für eine Zwischenfinanzierung nicht ausschloss.

Klose, der beim 1. FC Kaiserslautern aus einem bis zum 30. Juni 2005 laufenden Vertrag aussteigt, hat bisher 114 Bundesliga-Spiele mit 43 Toren absolviert. Bei der Nationalmannschaft gelangen ihm bislang 16 Treffer. Mit fünf Toren hatte er bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea maßgeblichen Anteil am Einzug ins Endspiel.

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