Kampf um Präsidentenamt Rekordbeteiligung lässt US-Wahlhelfer zittern

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Das nahmen lokale Verantwortliche zum Anlass, tausende von Wählern teils willkürlich von den Listen zu streichen. Vorwand sind in der Regel Erfassungsfehler, die im Papierzeitalter kein Problem waren, vom Computer aber nicht toleriert werden. Zum Beispiel der Fall von Joe the Plumber, den John McCains Wahlkampf berühmt gemacht hat. Auf seinem Führerschein steht Samuel Joseph Wurzelbacher, in der Wahlliste jedoch Worzelbacher. Die Gerichte beschäftigen sich in Eilverfahren bereits mit vielen Klagen, zahlreiche Wähler fühlen sich verunsichert.

Dennoch scheint es in diesem Jahr auf eine sehr hohe Wahlbeteiligung hinauszulaufen. Ingesamt sind in diesem Jahr 188 Millionen Wähler registriert, das sind 80 Prozent der Bevölkerung und fast ein Drittel mehr als noch 2004. In den 32 Staaten, in denen eine vorzeitige Stimmabgabe ohne Begründung möglich war, haben bis Sonntag bereits 20 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben. In Georgia, einem eigentlich sicheren republikanischen Bundesstaaten hatten zum Beispiel schon bis Freitag 1,4 Millionen Bürger gewählt, ein Viertel aller Registrierten und doppelt soviel wie bei der letzten Wahl. Bis zu ein Drittel aller Voten, so die Erwartungen, könnten damit in ganz Amerika bereits vor dem eigentlichen Wahltag am Dienstag eingesammelt werden.

Auch in Indiana laufen viele Menschen auf, die zum ersten Mal wählen - selbst wenn die wenigen Early-Voting-Lokale wie in Hammond, nur schwer zu finden sind. Ihre Begeisterung für die Kandidaten Barack Obama oder John McCain treibt sie an die Urnen. Sie haben das Gefühl, an einer historischen Entscheidung zu stehen - und das ihre Stimme wichtig ist.

„Hier im Lake County stimmt die Mehrheit meistens mit den Demokraten, aber den Bundesstaat Indiana haben seit 1964 immer die Republikaner gewonnen“, sagt Betty Quinn. Die superblonde Rentnerin ist eine der Obama-Volunteers, die vor dem Gerichtsgebäude dafür sorgen, dass die Wähler ihren Weg finden. „Aber wenn jeder von uns seine Stimme abgibt, drehen wir Indiana um und machen Obama zum Präsidenten.“

Laut CNN gaben bis Sonntag in 25 Staaten bereits 23 Millionen Wähler ihre Stimme ab. Davon waren rund zwei Drittel als Demokraten, ein Drittel als Republikaner registiert. Die Daten der anderen Staaten waren noch nicht verfügar.

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