Lokalmatador Sven Fischer hofft auf den „Jan-Ullrich-Effekt“ Vier Medaillen im Visier

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Die deutschen Skijäger haben sich auf die großen Erwartungen eingestellt. "Die Atmosphäre in Oberhof ist gigantisch. Wenn dich die Zuschauer rund um die Strecke anfeuern, läuft dir eine Gänsehaut über den Rücken. Ich mag die Strecken am Grenzadler, weil sie schön schwer sind. Allerdings ist es auch nicht einfach mit den Reaktionen des Publikums beim Schießen zurecht zu kommen", meinte Uschi Disl (Moosham). Auf dem Kamm des Thüringer Waldes erlebt sie schon ihre 14. WM. Dabei gewann die in Tux im Zillertal lebende bayerische Ausnahmekönnerin zwölf Medaillen.

Sogar seit 1989 bei allen Weltmeisterschaften dabei war der 36 Jahre alte Routinier Frank Luck (Oberhof). Derzeit ist völlig offen, ob der zuletzt formschwache und in Ridnaun durch eine Halsentzündung erneut zurückgeworfene Rekordweltmeister (10 Titel) bei seiner definitiv letzten WM überhaupt zum Einsatz kommt. "Den Tatsachen muss man ins Auge sehen. Dann bin ich so ehrlich zu sagen, dass es keinen Sinn macht. Es wäre aber schon ein komisches Gefühl, denn ich war noch nie in einer solchen Situation", bekannte er.

Vermutlich in allen fünf Rennen aufgeboten wird dagegen Ricco Groß. Der aus Sachsen stammende Ruhpoldinger zeigte sich zuletzt in stabiler Form, stürmte in Antholz drei Mal hintereinander auf den dritten Platz. "Da ist für Oberhof nach vorn noch etwas Luft", scherzte Groß, der bei der vorjährigen WM im sibirischen Chanty Mansijsk mit zwei Mal Gold sowie je einem zweiten und dritten Platz erfolgreichster Teilnehmer war.

"Ein Vorteil ist es, dass die Fans sicherlich voll hinter uns stehen werden. Andererseits lastet aber auch ein extremer Erwartungsdruck auf unserer Mannschaft - am meisten auf meinen Thüringer Kollegen", meinte Groß. "Mein Ziel ist es, möglichst gute Rennen zu laufen."

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