Mehr als New Economy Die 50 interessantesten Gründer

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Erst fünf Jahre alt und schon eine Legende: Das Leipziger Unternehmen Spreadshirt, das Lukasz Gadowski 2002 gründete, ist das Paradebeispiel für New Economy mit einem handfesten Geschäftsmodell. Foto: Pressefoto

Erst fünf Jahre alt und schon eine Legende: Das Leipziger Unternehmen Spreadshirt, das Lukasz Gadowski 2002 gründete, ist das Paradebeispiel für New Economy mit einem handfesten Geschäftsmodell. Foto: Pressefoto

Andreas Büchelhofer Gründete mit Henning Schnepper den Teleshopping-Sender 1-2-3.tv. Büchelhofer, 44, und Schnepper, 45, waren vorher in der Geschäftsführung von Hot Networks, dem ersten deutschen Teleshopping-Kanal. Neu ist, dass die Artikel bei 1-2-3.tv an die Anrufer versteigert werden. Zurzeit melden sich 500 bis 1000 Menschen pro Tag neu an, 462 000 sind es insgesamt. 2006 hat 1-2-3.tv seinen Umsatz auf 76 Millionen Euro verdoppelt.

Andreas Degenhart Mit vier Freunden kam der 40-jährige Softwareentwickler auf die Idee, ihre Freundeskreise im Internet zu verdrahten. Nun entwickeln sie gemeinsam die Plattform Lokalisten. "Lokalisten" sehen, was ihre Freunde gerade machen, werden auf Partys eingeladen und können dort wieder neue Leute kennenlernen. Zum Fünfer-Team gehören die Ingenieure Peter Wehner, 38, und Andreas Hauenstein, 32, sowie die IT-Berater Jürgen Gerleit, 39, und Norbert Schauermann, 36. Seit Herbst ist ProSiebenSat.1 zu 30 Prozent am Unternehmen beteiligt. Die Lokalisten wollen Geld mit Werbung verdienen und die Plattform in diesem Jahr auch für Handynutzung optimieren.

Ingo Endemann Der 38-Jährige gründete 2005 mit Nicholas Thiede, 35, eine Art Ebay, nur dass es umgekehrt funktioniert: Wer etwa einen Handwerker braucht oder seinen Keller entrümpeln muss, schreibt den Job kostenlos auf der Seite von My-Hammer aus. Interessierte Auftragnehmer unterbieten sich an-schließend gegenseitig, meist erhält der günstigste den Zuschlag. Mehr als 13 000 Jobs sind derzeit online. Zu den 200 000 Nutzern kommen täglich etwa 1000 hinzu. Die Aussichten sind gut: Eine Studie der Humboldt-Universität verheißt dem Markt für die Online-Vergabe von Handwerksaufträgen einen Boom. Nebenbei ist Endemann auch Chef der Suchmaschine Abacho. Zu den Investoren gehört auch der Holtzbrinck-Verlag.

Ibrahim Evsan Der 31-jährige Ex-RWE Powerline-Mitarbeiter betreibt von Köln aus eine deutsche Video-Plattform, ähnlich wie Youtube. Neben privaten Videos will Sevenload künftig zunehmend Internet-Fernsehprogramme mit Reportagen und Musikvideos junger Künstler anbieten. Vor wenigen Tagen kaufte der Verlagskonzern Burda ein Fünftel der Anteile an Sevenload. Geld verdient Sevenload auch, indem es die Plattform an Konzerne vermarktet.

Niels Fertig Sein Unternehmen Nanion gehört zur wachsenden Zahl erfolgreicher Nano-Biotechnologie-Startups. Zwei Jahre nach dem Start war es bereits 2004 profitabel. Nanion stellt Messgeräte und winzige Biochips her, mit denen Wissenschaftler Proteine in Zellmembranen untersuchen. So können sie etwa die Wirksamkeit von Medikamenten, die auf Zellen einwirken, prüfen und verbessern. Erste und einzige Finanzierungsrunde: 250 000 Euro durch den Risikokapitalfonds Bio-M. Fertig, 34, entwickelte das Verfahren in seiner Doktorarbeit in Physik.

Lukasz Gadowski Er ist einer der erfolgreichsten Jungunternehmer seit dem Platzen der Dotcom-Blase. Gadowski, 29, gründete den Internet-T-Shirt-Laden Spreadshirt schon während seines Studiums an der Handelshochschule Leipzig. Das war bereits sein drittes Unternehmen. Mit Spreadshirt landete er den ersehnten Erfolg. Privatleute, Vereine oder Musiklabels können eigene Motive entwerfen, Spreadshirt druckt sie auf Hemden, T-Shirts oder Tangas. Das Unternehmen liefert in die ganze Welt und beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter. In der Gründerszene wird sein Unternehmen als möglicher Börsenkandidat gehandelt.

David Garcés Der 29-jährige Ex-SAP-Manager produziert mit dem Unternehmen Particle Computer drahtlose Sensornetzwerke. Die zwei Zentimeter kleinen Minicomputer überwachen etwa in Fabriken die Temperatur von Maschinen oder Fenstern und Türen. Die Sensoren übermitteln die Daten zur Auswertung an einen Rechner. Nach eigenen Angaben ist das schnell wachsende Unternehmen (acht Mitarbeiter) in dem Sektor europaweit führend.

Christoph Gerlinger Gründer des Computerspieleverlags Frogster Interactive Pictures. 30 Mitarbeiter arbeiten in Berlin für den 39-Jährigen. Sein Unternehmen konzentriert sich auf Internet-Spiele, bei denen sich die Spieler in künstlichen Welten bewegen. Bei "Bounty Bay" etwa segelt der Spieler auf den Weltmeeren, kämpft gegen Piraten und erobert historische Städte. Frogster ist seit 2006 am Entry Standard der Deutschen Börse gelistet. Der Kurs verdoppelte sich vergangenes Jahr auf über 30 Euro.

Ailin Gräf Zusammen mit Ehemann Guntram Gräf, 34, betreibt die 35-jährige Ex-Sprachlehrerin die Anshe Chung Studios, ein florierendes Geschäft mit virtuellen Gütern in der Internet-Kunstwelt Second Life. Die Gräfs, die aus der Nähe von Frankfurt stammen, haben rund zehn Prozent der Grundstücksfläche in der virtuellen Welt gekauft und bauen darauf Häuser, Wohnungen oder Geschäfte. Zudem stellen sie zahlreiche andere virtuelle Produkte her wie etwa Kleidung für die Avatare. Unternehmen wie EnBW, Pixelpark und NBC gehören zu ihren Kunden. Die Produkte entstehen virtuell in China: 60 Programmierer beschäftigt Anshe dort. Und das Geschäft wächst pro Monat zweistellig. 2006 erwirtschafteten die Anshe Chung Studios einen einstelligen Millionenumsatz. Seit einigen Wochen ist Jamba-Gründer Oliver Samwer an Anshe beteiligt.

Lee Griffith Medikamente werden von Menschen unterschiedlich aufgenommen. Das Biotech-Startup des 45-jährigen Griffith, Awenydd, prüft als Dienstleister das genetische Material von Patienten und ermittelt, wie ein Patient womöglich auf die Therapie reagiert. Das Freiburger Unternehmen beschäftigt fünf Mitarbeiter und bereitet gerade die erste große Finanzierungsrunde (zwei Millionen Euro) vor.

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