Ohne Installation von Zusatzsoftware läuft bei Windows XP keine Java-Seite mehr Microsoft kappt Unterstützung für Java-Technologie

Der weltgrößte Softwarekonzern, Microsoft, wird sein neues Betriebssystem Windows XP ohne eine Unterstützung der Java-Plattform des Konkurrenten Sun Microsystems ausliefern. Das berichtet das "Wall Street Journal" am Mittwoch. In den aktuellen Vorversionen von Windows XP fehle bereits die für Java-Programme nötige Software ("Java Virtual Machine"), schreibt das Blatt.

dpa NEW YORK. Die Programmiersprache Java ermöglicht, Software für unterschiedlichste Betriebssysteme - von Windows über Linux und Unix bis hin zum Mac OS - zu entwickeln. Microsoft setzt bei seinen Plänen für eine ".Net"-Infrastruktur für Programmdienste aus dem Netz auf eigene Technologie, die mit Java konkurriert. Vor dem Hintergrund des immer noch nicht endgültig abgeschlossenen Kartell-Verfahrens gegen Microsoft beobachtet die Branche derzeit das Verhalten von Microsoft gegenüber konkurrierenden Technologien besonders aufmerksam.

Durch das Entfernen der Java-Software in Windows XP müssen die Microsoft-Kunden allerdings nicht auf die Anwendung von Java verzichten. Sie müssten sich jedoch die notwendige Software gesondert aus dem Internet herunterladen und installieren. Ohne diese Schritte werde "jede Web-Seite, die Java-Programme enthält, nicht laufen", sagte Jan Vitek, Informatik-Professor an der Purdue University in West Lafayette (US-Bundesstaat Indiana). "Es wird dann eine tote Seite sein. Dies bevorzugt Microsofts neue Technologie und wird die Verbraucher behindern."

Microsoft begründet den Java-Verzicht dem Zeitungsbericht zufolge "mit generell verschärften Ansprüchen an die Sicherheitseinstellungen", die auch Microsoft-Produkte betreffen. Im Gegensatz zu Microsoft-Technologien wie Visual Basic Scripts, die in jüngster Zeit als Einfallstor für Viren, Würmer und Trojanische Pferde dienten, verfügt Java jedoch über ein weitgehend geschlossenes Sicherheitsmodell (Sandbox).

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