Operativer Gewinn deutlich unter Vorjahreswert Gewinnwarnung: Marconi will 4 000 Stellen streichen

Der britische Elektronikkonzern Marconi will weltweit 4 000 Stellen streichen. Dies gab das Unternehmen am Mittwochabend in London nach einer Vorstandssitzung und Gesprächen mit den Gewerkschaften bekannt. Zuvor hatte der von der Krise auf dem Telekommunikationssektor stark betroffene Elektronikhersteller beantragt, den Handel mit Marconi-Aktien an der Londoner Börse auszusetzen.

dpa-afx LONDON. Zudem warnte der Konzern, dass der operative Gewinn vor Sonderposten im laufenden Geschäftsjahr (31. März 2002) um 50 % unter dem Vorjahreswert liegen werde. Ferner werde der Gesamtjahres-Umsatz den Vorjahreswert um rund 15 % unterschreiten. Die Marktbedingungen in den ersten drei Monaten seien härter gewesen als erwartet. Das grundsätzliche Interesse der Kunden schlage sich derzeit in Europa nicht in neuen Aufträgen nieder, hieß es.

Die Finanz-Entwicklung im Geschäftsjahr werde damit schlechter ausfallen als von den Marktteilnehmern erwartet. Marconi betonte, dass derzeit die Anpassung der Kapazitäten mit dem Umsatzrückgang nicht schritthalten könne. Daraus folge, dass im ersten Halbjahr voraussichtlich ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet werde. Im zweiten Halbjahr werde mit einer besseren Entwicklung gerechnet. Dann sollten sich die Umstrukturierungsmaßnahmen bemerkbar machen.

Marconi will 150 Millionen Pfund pro Jahr einsparen/p>

Insgesamt sollen durch den Umbau 150 Mill. GBP pro Jahr eingespart werden; im laufenden Jahr 75 Mill. GBP. Die Maßnahmen werden zunächst jedoch mit einer Sonderbelastung von 150 Mill. GBP zu Buche schlagen. Mittelfristig zeigte sich das Unternehmen hingegen weiterhin zuversichtlich. Es gäbe erste Anzeichen für eine Erholung im ersten Halbjahr 2002.

Die Spekulationen um den früheren Rüstungshersteller hatten in London am Mittwoch zu spürbaren Verlusten bei den Telekommunikationswerten beigetragen. Auch in Frankfurt gerieten Technologiewerte unter Druck. Der Rüstungsbereich von Marconi war vor zwei Jahren in den Luft-und Raumfahrtkonzern BAE Systems eingegliedert worden.

Marconi hat weltweit 50 000 Beschäftigte, darunter in den USA, Deutschland, Frankreich und Italien. In Großbritannien beschäftigt der Konzern 20 000 Menschen. Von den geplanten Kürzungen, die mit Kosteneinsparungen begründet wurden, seien auch 1 000 Beschäftigte auf Management-Ebene betroffen, teilte Marconi mit. Bereits im April war die Streichung von 3 000 Stellen angekündigt worden.

Der Konzern hatte ebenfalls am Mittwoch seine Absicht angekündigt, sein Medical System-Geschäft für 1,1 Mrd. $ an den niederländischen Philips-Konzern zu verkaufen.

Der Wert der Marconi-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um 73 % gefallen. Er lag bei Börsenschluss am Dienstagabend bei 2,45 Pfund, im Vergleich zu 12,50 Pfund im letzten Jahr.

Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%