Putzen macht depressiv Mit Perlen sprechen

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Dabei stehen Frauen oft ihre antiautoritär-liberale Erziehung oder falsch verstandene Frauensolidarität gegenüber der Multikulti- Schwester im Weg. Vielleicht brauchen manche ja auch gar keine Putzhilfe, sondern einfach jemanden zum Quatschen. Vorsicht! Das könnte Irina leicht ausnutzen.

Dagegen gibt es jetzt einen längst überfälligen Ratgeber. Die Journalistin Christine Demmer und die Diplompsychologin Heide H. Huck haben saubere Arbeit geleistet mit ihrem Werk "Wie sag ich?s meiner Putzfrau?"

Hilfreich ist auch der praktische Anhang: ein Wörterbuch mit einem Grundwortschatz in sieben Sprachen. Da geht es um konkrete Anweisungen zu Problembereichen wie "Wischen ohne Wagnis" und "Schrubben ohne Scherben". Der Wortschatz reicht von "diese Woche/nächste Woche" bis "Für das Ceranfeld auf dem Herd nur dieses Mittel nehmen" oder "Den Stecker nicht an der Schnur aus der Wand ziehen".

Das muss man wissen, denn: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Sonst landet womöglich die Milch im Tetrapack in der Mikrowelle und der Parkettboden krümmt sich unterm zu nassen Feudel. Solcherlei Erfahrungen sammelten die Autorinnen schon beim Schreiben, als eine von ihnen mit knurrendem Magen am Computer saß. Perle Nadja servierte ihr ein mit einer wohlriechenden, aber undefinierbaren Hackfleischmasse gekröntes Gericht. Hundefutter! Dafür hatte Nadja eine entwaffnende Entschuldigung: "Warum Futter für Hund stehen da, wo Essen für Sie?"

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